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Kunst

UrbanArt Biennale in Völklinger Hütte eröffnet

Mit 100.000 Quadratmetern ist es das größte Urban Art-Projekt der Welt: Zum vierten Mal hat die UrbanArt Biennale im Saarland wieder ihre Tore geöffnet. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf der Urban Art Südamerikas.

Die Zahlen lassen sich sehen: 150 Werke von 100 Künstlern aus 17 Ländern und vier Kontinenten werden bei der 4. UrbanArt Biennale in der Völklinger Hütter gezeigt. Der Begriff Urban Art ist hier breit gefasst: Er umfasst nicht nur traditionelle Street-Art-Künstler, sondern auch Kunstschaffende, die traditionelle künstlerische Medien nutzen und Themen der zeitgenössischen urbanen Kultur, Politik und Gesellschaftskritik aufgreifen.

Saarland: Voelklinger Huette (picture alliance/DUMONT Bildarchiv/Knoll)

Die Völklinger Hütte: ein still gelegtes Eisenwerk im Saarland und seit 1994 UNESCO-Weltkulturerbe

Einer der Schwerpunkte in diesem Jahr liegt auf der Urban Art Südamerikas. Zu sehen sind beispielsweise Arbeiten von Curiot aus Mexiko, der Bezug nimmt auf die mythische Welt der Azteken, oder von Cranio aus Brasilien, der sich mit dem Schicksal der brasiliansichen Ureinwohner auseinandersetzt.

In Südamerika habe sich eine ganz andere Formensprache entwickelt, sagt Ausstellungsleiter Frank Krämer. Die HipHop-Welle sei dort später angekommen als in anderen Regionen. So hätten die Künstler es geschafft, "sich ihre eigenen Wurzeln zu bewahren". 

Neben den Ausstellungsstücken in der Möllerhalle, einer Erz-Siloanlage aus dem frühen 20. Jahrhundert, sind 20 weitere Installationen auf dem Gelände der Völklinger Hütte zu entdecken. So zum Beispiel die Arbeit des französischen Künstlers Levalet, der Installationen mit ehemaligen Stahlhüttenarbeitern präsentiert, sowie die Werke des US-Amerikaners Jordan Seiler, der öffentliche Werbetafeln durch geometrische Muster ersetzt.

UrbanArt-Biennale Bansky 'Toxic Mary' (Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Hans-Georg Merkel)

Ein echter Banksy wird auch gezeigt: Die "Toxic Mary" stillt das Jesuskind mit einem Giftfläschchen

Viele Werke sind speziell für die Ausstellung in dem Industriedenkmal angefertigt worden. Andere, wie die "Toxic Mary" des Street-Art-Künstlers Banksy, waren schon vorher zu sehen. Banksy ist der Star der Urban Art und einer der Väter der sogenannten interventionalen Urban Art, die mit Kunstaktionen direkt in den Stadtraum eingreift. "Toxic Mary" wurde 2003 in einer legendären Ausstellung mit dem Titel "Turf Warf" in einem Londoner Lagerhaus gezeigt - sie gilt als Banksys künstlerischer Durchbruch. Die Londoner Schau wurde damals nach wenigen Tagen von der Polizei geschlossen. Banksy hatte lebende Kühe, Schweine und Schafe besprüht und in der Ausstellung präsentiert. Das löste Proteste von Tierschützern aus.

UrbanArt-Biennale- Francs 'Colleurs' (Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Hans-Georg Merkel )

Arbeit des Künstlerkollektivs Les Francs Colleurs

Neu dabei ist auch das Kollektiv Les Francs Colleurs. 27 Werke von klein bis sehr groß haben sie an verschiedensten Stellen der Völklinger Hütte installiert. Alles in allem bietet die Biennale bis zum 5. November einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen der Graffiti-Kunst - von Kalligraphie über Porträts bis hin zu abstrakten Darstellungen und Stillleben.

jhi/pl (epd/dpa/voelklinger-huette.org)

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