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Wissen & Umwelt

Uralte Riesen-Austern in der Tiefsee entdeckt

Riesen-Auster aus der Tiefsee (Foto: Marum)

Ob sie schmeckt, ist ungewiss. Eine Sensation ist sie in jedem Fall. Austern (Ostreidae) gehören übrigens zu den Muscheln. Sie existieren seit etwa 250 Millionen Jahren.

In der Tiefsee des westlichen Mittelmeeres entdeckten Forscher des Zentrums für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen unvermutet lebende Riesen-Austern.

Anders als die wohlbekannten kulinarischen Austern und Perlaustern, die bevorzugt in flacheren Küstengewässern gedeihen, leben die Tiefsee-Austern ausschließlich in einer Meerestiefe von 300 bis 700 Metern.

Die Riesen-Methusalems der Austern werden bis zu 30 Zentimeter lang und bis zu 500 Jahre alt. Dass Tiefsee-Austern noch heute im westlichen Mittelmeer leben, war nicht bekannt. Sie galten dort als ausgestorben.

"Das war schon eine große Überraschung." sagt Expeditionsleiter Prof. Dierk Hebbeln. "Dass wir fossile Austern, also Schalen längst gestorbener Tiere finden, hatten wir erwartet. Als wir aber auf den Videomonitoren plötzlich lebende Exemplare sahen, waren wir im ersten Moment richtig perplex."

Eigentlich wollte das Expeditionsteam in der Tiefsee fossile Austernschalen und Skelette von Kaltwasserkorallen sammeln. Diese kalkigen Überreste vergangener Tiefsee-Tiere sind hochinteressante Umweltarchive, die Informationen über die Umweltbedingungen vor vielen hundert oder tausend Jahren speichern.

"Dabei gehen wir Schritt für Schritt weiter zurück in die Vergangenheit und entschlüsseln so die Geschichte dieses Ökosystems", erklärt Hebbeln. "Das hilft uns, heutige Umweltbedingungen und -veränderungen zu bewerten."

uw/ht/IDW, Marum