1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Unworte seit 1991

Seit 1991 geißeln Sprachwissenschaftler abwertende und schönfärberische Begriffe als „Unworte“ des Jahres. Die „Unworte“ seit 1991 mit einer kurzen Begründung der Jury:

1991: "Ausländerfrei"

(fremdenfeindliche Parole in Hoyerswerda)

1992: "Ethnische Säuberung"

(Propagandaformel im ehemaligen Jugoslawien)

1993: "Überfremdung"

(Scheinargument gegen den Zuzug von Ausländern)

1994: "Peanuts"

(Der ehemalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, geringschätzig über die offenen Handwerkerrechnungen in Höhe von rund 50 Millionen Mark im Zusammenhang mit der Pleite des Bauunternehmers Jürgen Schneider)

1995: "Diätenanpassung"

(Beschönigung der Diätenerhöhung im Bundestag)

1996: "Rentnerschwemme"

(falsches, angstauslösendes Naturbild für einen sozialpolitischen Sachverhalt)

1997: "Wohlstandsmüll"

(Umschreibung arbeitsunwilliger und -unfähiger Menschen des früheren Verwaltungspräsidenten von Nestlé, Helmut Maucher)

1998: "sozialverträgliches Frühableben"

(zynisch wirkende Ironisierung des Ex-Präsidenten der Bundesärztekammer Karsten Vilmar)

1999: "Kollateralschaden"

(Verharmlosung der Tötung Unschuldiger als Nebensächlichkeit, Nato-offizieller Terminus im Kosovo-Krieg)

2000: "National befreite Zone"

(zynisch heroisierende Umschreibung einer Region, die von Rechtsextremisten terrorisiert wird)

2001: "Gotteskrieger"

(Kein Glaube an einen Gott gleich welcher Religion kann einen Krieg oder gar Terroranschläge rechtfertigen)