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Nachrichten

Unwetterlage in Frankreich entspannt sich

Nach Gewitterstürmen und sintflutartigen Regenfällen in den südfranzösischen Hochwassergebieten um Marseille hat sich am Donnerstag (4.12.03) die Lage leicht entspannt - trotzdem kein Grund zur Entwarnung.

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Rettungsarbeiten in Süd-Frankreich nach schweren Unwettern

Nach den sintflutartigen Regenfällen der vergangenen Tage in Südfrankreich zeichnet sich jetzt in den Regionen um Nimes, Montpellier und Marseille eine Entspannung der Lage ab. Wie Behörden mitteilten, sei der Pegelstand der Rhône nach einer Rekordhöhe wieder leicht gesunken. Dagegen blieb die Situation in anderen Regionen wie dem weiter westlich gelegenen Weinanbaugebiet am Fluss Herault kritisch. Bislang sind durch die Fluten fünf Menschen ums Leben gekommen, 15.000 Bewohner mussten aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht werden.

Trotz abklingender Regenfälle warnte Vize-Außenminister Renaud Muselier: "Soweit es Marseille und die Rhône-Mündung betrifft, haben wir das Schlimmste hinter uns. Aber um Herault geht die Katastrophe weiter". Muselier macht für die Hochwasser und Unwetter vor allem den Klimawandel verantwortlich.

Ausnahmezustand in Südfrankreich

In Montpellier hatten in den vergangenen Tagen Sturmböen mit bis zu 150 Stundenkilometern den Regen durch die Straßen gepeitscht, die sich in teilweise reißende Flüsse verwandelten. Der Bahnverkehr war wegen Überschwemmungen, Erdrutschen und Schlammlawinen komplett lahm gelegt worden, zeitweise war nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens eine Autobahn die letzte Verbindung der Metropole mit der Außenwelt.

Binnen 24 Stunden waren bis zu 400 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. In Avignon hatte die Rhône einen Stand von 7,26 Metern - drei Meter über der Hochwassermarke - erreicht. Der heftige Südwind staute die Wassermassen und verhinderte ein schnelles Abfließen ins Mittelmeer.

Aus Sicherheitsgründen wurden in zwei Atomanlagen von Cruas-Meysse an der Rhône insgesamt vier Reaktoren abgeschaltet. Insgesamt waren in Südfrankreich fast 7000 Rettungskräfte im Einsatz, die derzeit mit Booten und Helikoptern die Evakuierungen fortsetzen.

Chirac im Katastrophengebiet

Am Mittwoch (3.12.03) hatte sich Staatspräsident Jacques Chirac in der Leitstelle der Rettungsdienste bei Marseille ein Bild von der Lage im Katastrophengebiet gemacht und sicherte den Betroffenen die "Solidarität der Nation" zu. Die Regierung stellte zwölf Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung.

Für viele ist dies jedoch nur ein schwacher Trost angesichts ihrer von Wassermassen und Schlamm verwüsteten Wohnungen. Zu den Betroffenen zählt Jean-Pierre Pietrzak aus Gard: "Als ich vom Zigaretten holen zurückkam, war ein Deich gebrochen und jetzt habe ich alles verloren." Er habe mitansehen müssen, wie sein Haus von den Wassermassen aufgerissen wurde. Eine Waschmaschine sei einfach herausgespült worden.

Im September 2002 war die Region Gard schon einmal von einer ähnlich schweren Flutkatastrophe heimgesucht worden. Damals kamen 23 Menschen ums Leben. (ina)

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  • Datum 04.12.2003
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