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Wirtschaft

Unternehmen geben wieder mehr Geld für Werbung aus

Drei Jahre Rezession hat die deutsche Werbewirtschaft nun hinter sich. Doch es zeichnet sich ab, dass es wieder aufwärts geht, denn die Unternehmen erhöhen ihre Werbeetats.

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Werbebeilagen aus deutschen Zeitungen

Für manche Hausbewohner ist die Flut von Werbezetteln und Zeitschriften ein Ärgernis: Die Brief- und Zeitungskästen sind derzeit täglich voll gestopft mit Angeboten, die sich in Preis und Qualität überbieten. An diesem intensiven Werben wird sichtbar: Die Auftragsbücher der Firmen füllen sich wieder, die wirtschaftliche Lage in Deutschland bessert sich. An Anzeigenkampagnen wird nicht mehr länger gespart. Und so prognostiziert der Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft, dass der Markt in diesem Jahr um zwei Prozent auf rund 30 Milliarden Euro wachsen wird.

Konjunktur in den Köpfen

Vor allem die Automobilbranche wirbt um Kunden. Sie hat bei den Werbeausgaben schon immer die Nase vorn gehabt, dicht gefolgt von den Handelsunternehmen, die ihre Budgets zurzeit ebenfalls fleißig aufstocken. Dabei bringe, so der Geschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft, Volker Nickel, mehr Werbung nicht zwangsläufig auch mehr Kunden, aber Werbung beeinflusse sehr stark das Kaufverhalten. "Man kann in Aufschwungphasen der Volkswirtschaft mit mehr Werbung etwas zum Aufschwung beitragen, und man kann Rezessionen etwas abfedern helfen", sagt Nickel. "Aber Konjunktur machen, das geschieht in den Köpfen, in den Seelen der Menschen, und deshalb muss man dort natürlich auch schon sehr viel mehr investieren als nur eine Menge Geld." Es gelte, die Kunden richtig anzusprechen - entweder durch den sehr teuren, direkten Kontakt, über die Massenmedien oder durch eine Mischung der beiden Methoden.

Anteil des Internet noch gering

400 Tages- und Wochenzeitungen gibt es in Deutschland und mehrere hundert TV- und Hörfunkprogramme. Da ist es für die Firmen nicht immer leicht, das geeignete Medium für ihre Produkte zu finden. Hinzu gekommen ist in den letzten Jahren die Internet-Werbung. Sie biete viele Möglichkeiten, sagt Nickel, habe aber nicht, wie ursprünglich vorausgesagt, andere Werbearten verdrängt. Mit zwei Prozent Marktanteil spiele sie noch keine herausragende Rolle. Das Internet habe sich aber zu einem hervorragenden Medium entwickelt, um verschiedene Medien zu kombinieren: "Ich nehme also eine Anzeige, gebe dort meine Internet-Adresse an und kann so dem Kunden signalisieren: wenn Du mehr wissen willst, dann schau ins Internet."

Hoffen auf die WM

Bereits seit dem vergangenem Jahr werben die offiziellen Sponsoren und Zulieferer der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Und diese Werbung nehme zu, je näher das Großereignis rücke, sagt Nickel. "Wir werden bei den Werbeumsätzen ein Plus haben." Das zusätzliche Geld werde allerdings vor allem in den PR-Bereich, also Öffentlichkeitsarbeit und Verkaufsförderung, gehen.

Die Fußballweltmeisterschaft trage positiv zur sich allgemein verbessernden Stimmung im Land bei, sagt Nickel. Und diese Stimmung hebe eben auch die Kauflaune. Wenn auch die Branche mit den diesjährigen Zuwachsraten nicht an Boom-Phasen früherer Jahrzehnte anknüpfen kann, die stabile Lage im deutschen Werbemarkt spiegelt sich auch bei den Jobs für Werbefachexperten wider: über 350 000 Menschen sind in der Werbeindustrie beschäftigt - Tendenz: steigend.

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