Unter der Erdkruste sind gigantische Mengen Kohlendioxid verborgen. Sollten sie an die Oberfläche gelangen, gäbe es ein Massensterben wie zuletzt vor 245 Millionen Jahren. Dagegen ist der Treibhauseffekt eine Lappalie.
Trügt die Idylle?
Seit Jahren schon vermuten Wissenschaftler, dass die Luftverschmutzung durch den Menschen bei weitem nicht die größte Gefahr für das Erdklima ist – sondern das Kohlenstoffreservoir unter der Erdoberfläche. Im Erdmantel, in einer Tiefe von 20 bis 50 Kilometern, gibt es eine zähflüssige Gesteinsschicht, in der Kohlenstoff eingelagert ist. Aber niemand weiß genau, wieviel. Sicher ist nur: Es reicht aus für ein Weltuntergangsszenario.
"Im Erdmantel lagert bis zu 100.000 Mal mehr Kohlenstoff als in der Atmosphäre", berichtet Professor Hans Keppler vom Institut für Geowissenschaften an der Universität Tübingen. Das lassen die Analysen des Mantelgesteins und der Gase,
Das "gute" Mineral
Der obere Erdmantel besteht zu einem großen Teil aus Magnesium-Eisen-Silikat, Geologen nennen es Olivin. Es ist ein flaschengrünes Mineral und glänzt wie Glas, als Edelstein heißt es Chrysolith. Vulkane befördern bei besonders heftigen Ausbrüchen ab und zu dieses Gesteinsmaterial aus dem Erdmantel an die Oberfläche, ansonsten ist der Erdmantel für
Das "böse" Gestein
Anders als das Olivin schmilzt das Karbonatgestein in der unerträglichen Hitze des Erdmantels und steigt zur Erdkruste auf. Unterwegs sammelt es den Kohlenstoff ein: Zwischen zehn und zwanzig Prozent ihres Eigengewichts können die Karbonatgesteine davon speichern. "Das Karbonat ist nur unter sehr hohem Druck stabil. Wenn der Umgebungsdruck
Das größte Massensterben der Erdgeschichte
Zur Zeit des Perm liegt Deutschland am Äquator: Alle Kontinente der Erde bilden eine einzige riesige Landmasse, genannt "Pangäa". In "Mitteleuropa" gedeihen üppige Sümpfe mit Schachtelhalmen und Schuppenbäumen. Gegen Ende
Doch mit einem Mal ist alles vorbei, neun von zehn Tieren ausgestorben. Das größte Massensterben der Erdgeschichte gibt den Wissenschaftlern Rätsel auf: Waren Kohlendioxid- oder Methangas-Eruptionen Schuld? Sauerstoffmangel? Erdabkühlung oder –erwärmung? Auch am Ende des darauffolgenden Erdzeitalters, des Trias, muss es Kohlendioxid-Eruptionen oder ähnliches gegeben haben: Vor 208 Millionen Jahren starb schon wieder urplötzlich die Hälfte aller Lebewesen aus. "Es gibt fossile Pflanzen, die auf einen schlagartigen Anstieg von Kohlendioxid in der Atmosphäre hindeuten", sagt Professor Keppler. Das gigantische Kohlenstoff-Reservoir der Erde könnte durchaus irgendwann noch einmal im wahrsten Sinne des Wortes "in die Luft gehen" ...