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Aktuell Europa

Untergang der "Prestige": Angeklagte vom Gericht freigesprochen

Elf Jahre nach dem Untergang des Öltankers "Prestige" vor Nordspanien hat ein Gericht die drei Angeklagten freigesprochen. Die Havarie im Atlantik hatte die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte Spaniens verursacht.

Für die Ölkatastrophe sei strafrechtlich niemand zur Verantwortung zu ziehen, hieß es in der Entscheidung des Landgerichts in der Hafenstadt La Coruña. Man habe nicht klären können, was genau das Unglück ausgelöst habe, sagte der Vorsitzende Richter.

Neben dem Kapitän waren der Maschinist des Tankers und der damalige Chef der spanischen Hafenbehörde angeklagt. Ein vierter Angeklagter, ein aus den Philippinen stammender Offizier der "Prestige", wurde in Abwesenheit freigesprochen - er ist untergetaucht. Die Staatsanwaltschaft hatte Haftstrafen zwischen fünf und zwölf Jahren verlangt.

Der ehemalige Prestige-Kapitän Apostolos Mangouras (Foto: Reuters)

Muss trotzdem hinter Gitter: Der ehemalige "Prestige"-Kapitän Apostolos Mangouras

Streit um behördliche Anweisungen

Der Kapitän, der heute 78-jährige Grieche Apostolos Mangouras, muss dennoch für neun Monate in Haft - nicht wegen Umweltvergehen, sondern weil er sich Anordnungen der spanischen Behörden widersetzt hatte.

Die Hafenbehörde hatte das leck geschlagene Schiff nach den ersten SOS-Signalen am 13. November 2002 möglichst weit weg von der nordwestspanischen Küste beordert. Mangouras lehnte das zunächst ab, er wollte einen Hafen anlaufen.

Zehntausende Seevögel starben

Die "Prestige" brach sechs Tage später in zwei Teile und versank im Atlantik. Der Großteil der rund 77.000 Tonnen Schweröl, die sie an Bord hatte, gelangte dabei ins Meer und löste an den Küsten Spaniens, Frankreichs und Portugals eine beispiellose Ölpest aus. Zehntausende Seevögel verendeten, die Fischerei wurde zeitweise eingestellt. Die spanische Regierung stand nach dem Unglück in der Kritik: Sie habe mit ihrer Anweisung, das Schiff auf hoher See zu lassen, das Unglück womöglich vergrößert.

Mehr als 300.000 Freiwillige aus ganz Europa halfen damals bei der Beseitigung der Umweltschäden mit. Der Gesamtschaden wird auf vier Milliarden Euro geschätzt.

dh/uh (afp, dpa)

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