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Kultur

Unser Kulturkalender für Juni

Kunst von Aachen bis St. Petersburg, von Frankfurt bis Venedig. Musik und Party beim Karneval der Kulturen, bei Rock am Ring und einer prallvollen "Extraschicht" im Ruhrgebiet. Der Juni wird heiß!

Berlin wird bunt

Am Pfingstwochenende lädt die Hauptstadt zum 19. Mal zum "Karneval der Kulturen" ein. Tanz, Musik, Party, alles passiert in den vier Tagen auf einem der größten Straßenfeste der Welt: 82 Gruppen und rund 5.400 Teilnehmer feiern Multikulti-Karneval: in phantasievollen Kostümen, auf Stelzen, mit Trommeln; Wunderwesen, Riesen und Zwerge ziehen in bunten Paraden durch den Stadtteil Kreuzberg. Drumherum Parties, Theater, Akrobatik, Spaß für Kinder und natürlich jede Menge Musik - von tanzbarem Reggae bis hin zu meditativer Sitar-Musik. Das Festival dauert vom 6. bis zum 9. Juni.

Vom Phänomen der Paparazzi

Etwas ruhiger, aber zuweilen nicht weniger schrill ist die Ausstellung "Paparazzi! Fotografen, Stars und Künstler". Der Weg dorthin führt die Besucher in der Frankfurter Schirn Kunsthalle über einen roten Teppich. Hier lauern vom 27. Juni bis 12. Oktober überall Paparazzi mit Kameras und Mikrofonen, aus Lautsprechern schallt Stimmengewirr. Und innen die Skandalbilder: Jackie Kennedy-Onassis beim scheinbar ungezwungenen Spaziergang durch Manhattan, Mick Jagger, der den Stinkefinger in die Kamera hält, Lady Di auf der Flucht oder - wie oben im Bild - Marlon Brando mit dem amerikanischen Star-Bild-Jäger Ron Galella. Purer Voyeurismus? Nein, es geht um Paparazzi-Fotos als Kunst. Die über 600 Schnappschüsse widmen sich dem Mythos des Bildjägers und seiner Star-Opfer. "Den Paparazzo gibt es nicht erst seit heute. Er hat eine lange Geschichte und eine eigene Ästhetik, die die Kunst beeinflusst hat", erklärt Kurator Clément Chéroux. Eines der ältesten ausgestellten Paparazzi-Fotos zeigt Otto von Bismarck auf dem Totenbett im Jahr 1898. Zwei Hamburger Fotografen hatten sich widerrechtlich in das Sterbezimmer eingeschlichen, in dem der deutsche Reichskanzler mit einer um den Kopf gewickelten Mullbinde lag.

Aachen feiert Karl den Großen

Karl der Große starb am 28. Januar 814 in Aachen. 1200 Jahre nach seinem Tod präsentiert die Stadt zum Leben und Wirken des legendären Frankenkaisers nun eine Sonderausstellung unter dem Titel "Karl der Große. Macht. Kunst. Schätze". Sie lädt den Besucher in der Zeit vom 20. Juni bis 21. September ein, das höfische Leben der Karolingerzeit zu erkunden und zu erleben. Was hat Karl politisch und kulturhistorisch bewegt? Im neuen Centre Charlemagne, das zur Ausstellung erstmals seine Pforten öffnet, können die wichtigsten Kunstwerke der Hofschule Karls des Großen bestaunt werden. Die in ganz Europa verstreuten Handschriften, Elfenbeinschnitzereien und Goldschmiedearbeiten sind hier nach Jahrhunderten wieder vereint und kommen eigens für die Karls-Ausstellung aus dem Victoria and Albert Museum in London und den Vatikanischen Museen zurück nach Aachen. In der Domschatzkammer finden sich die über Jahrhunderte in Aachen verloren gegangenen Schätze aus der Zeit Karls des Großen. Herausragend darunter das Krönungsgewand Richards von Cornwall, der am 17. Mai 1257 in Aachen gekrönt wurde.

Trotz Krise: "Manifesta" in St. Petersburg

Wie geplant wird die europäische Biennale für zeitgenössische Kunst "Manifesta" am 28. Juni in der russischen Stadt Sankt Petersburg beginnen. Die Biennale stehe für "künstlerische Unabhängigkeit" und scheue nicht vor aktuellen Konflikten zurück, so die Direktorin des Festivals, Hedwig Fijen. Die Manifesta angesichts der Krise um die Ukraine abzusagen, wäre ein "Zeichen der Resignation", sagt auch der Deutsche Kasper König. Der ehemalige Direktor des Kölner Museums Ludwig ist der diesjährige Chefkurator der Biennale für zeitgenössische Kunst. Passend zum 250-jährigen Bestehen bringt König große Künstler wie Joseph Beuys, Gerhard Richter und Cindy Sherman in den alten und neuen Teil des Zarenpalasts. Natürlich sind auch interessante russische Künstler wie Elena Kovylina und Pavel Pepperstein (oben sein Bild "Der Sträfling") auf der Manifesta zu sehen.

Bachfest in Leipzig

Jedes Jahr im Juni pilgern Bachfans aus aller Welt nach Leipzig. In diesem Jahr heißt die Konzertreihe vom 13. bis 22. Juni "Vater und Sohn" und stellt damit nicht nur Johann Sebastian Bach sondern auch seinen zweitältesten Sohn Carl Philipp Emanuel in den Mittelpunkt des internationalen Musikfestes. Er gehörte im 18. Jahrhundert zu den bedeutendsten Komponisten und galt als großes Vorbild für Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart oder auch Ludwig van Beethoven. 2014 feiert er seinen 300. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch zum 300. Geburtstag, Carl Philipp Emanuel!

Zukunft der Architektur in Venedig

Venedig ist nicht nur berühmt wegen seiner Gondeln und Filmfestspiele. Alle zwei Jahre präsentiert sich die Lagunenstadt auch als internationales Forum für Architektur. "Fundamentals" ist der Titel der 14. Architektur-Biennale, die vom 7. Juni bis zum 23. November moderne Baukunst präsentieren wird. Künstlerischer Leiter ist der niederländische Architekt Rem Koolhaas: "Diese Ausstellung wird sich auf die Geschichte und die Entwicklung der nationalen Architekturen in den letzten 100 Jahren konzentrieren." Unter den 65 Ländern, die ihre nationalen Beiträge nach Venedig schicken und in Pavillions zeigen, sind elf neue Teilnehmer, darunter Indonesien, Aserbaidschan und Kenia.

Extraschicht im Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet legt auch in diesem Sommer wieder eine "Extraschicht" ein. In der "Nacht der Industriekultur" setzen am 28. Juni rund 2.000 Künstler ehemalige Industriedenkmäler als Spielorte in Szene. Als Schwerpunkt haben die Veranstalter diesmal das Thema "Zuhause in Europa" gesetzt. Auf dem UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein wird zum Beispiel die Straßentheaterkultur Europas gefeiert. Weiter gibt es jede Menge Musik von Klassik bis Hip-Hop, Tanz, Lichtkunst, Lesungen und Führungen. Ein buntes und ungewöhnliches Kulturprogramm mit internationalen Künstlern erwartet die "Schichtarbeiter" zur langen Nacht.

Und schließlich: Die Sause am Nürburgring!

Vom 5. bis 8. Juni findet das größte Musikfestival Deutschlands statt: Rock am Ring in der Eifel. Mittlerweile sind es vier Tage, an denen voraussichtlich wieder rund 85.000 Fans alles geboten bekommen, was in der Musikszene Rang und Namen hat. Für die Rocker sind Klassiker wie Iron Maiden und Metallica dabei, Headbangen ist auch bei Queens of the Stone Age, Anthrax oder Kings of Leon angesagt. Auch der deutsche Hip-Hopper und (ehemalige) Soulsänger Jan Delay versucht sich in einer härteren Gangart und präsentiert sein neues Rock-Album "Hammer und Michel". Ein Wiederhören gibt es für die Fans von Nine Inch Nails. Die Fantastischen Vier feiern ihr 25. Bandjubiläum. Um einen Tag versetzt kommt das gleiche Line up nach Nürnberg zum Zeppelinfeld und wird dort vermutlich auch wieder um die 80.000 Fans anziehen. Rock im Park ist der bayerische "Zwilling" des Kultfestivals.