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Kultur

Unser Kulturkalender für Juli

Sommerzeit ist Festivalzeit in Deutschland. Musik, Film oder Literatur - egal ob das Wetter mitspielt oder nicht, im Juli ist wieder für jeden etwas dabei.

Venetiantische Maske vor einem Fächer (Foto: DW)

Daniel Kahn & The Painted Birds beim TFF Rudolstadt

Literatur in Klagenfurt

Brille liegt auf Manuskripten (Foto: Bachmannpreis)

Autoren lesen aus Manuskripten

Literatur zu bewerten und das auch noch vor Publikum – das ist nicht einfach. Die Ermittlung des Siegers bei einem Literaturwettbewerb ist meist das Ergebnis langwieriger Diskussionen, die oft hinter verschlossenen Türen stattfinden. Beim Ingeborg-Bachmann-Preis ist das anders. Zum Wettbewerb zugelassen sind nur bisher unveröffentlichte Texte - im Rahmen der "Tage der deutschsprachigen Literatur", die diesmal vom 5.- 7. Juli im österreichischen Klagenfurt stattfinden. Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz lesen vor Publikum aus ihren Werken, anschließend diskutiert eine Jury im Beisein des Autors. Kein leichter Auftritt, der außerdem live im Fernsehen übertragen wird. Einigkeit der Juroren ist eher selten, die Resonanz in der Presse meist ziemlich kontrovers. Aber die Mühe lohnt sich. Der Sieger kann sich nicht nur über die Medienaufmerksamkeit freuen, sondern auch über ein Preisgeld von 25.000 Euro.

Weltmusik in Rudolstadt

Daniel Kahn & The Painted Birds beim TFF in Rudolstadt 2011 (Foto: DW) .

Daniel Kahn & The Painted Birds beim Tanz&Folkfest in Rudolstadt

Rudolstadt – eine kleine Stadt in Thüringen, die 1955 ausgesucht wurde, um das "1. Deutsche Tanzfest" der damaligen DDR zu veranstalten. Heute findet hier Deutschlands größtes Festival für Weltmusik statt. Auf über zwanzig Bühnen, die in der ganzen Stadt verteilt sind, präsentieren Künstler aus aller Welt ihre Musik. Schwerpunktland in diesem Jahr ist China. Im Rahmen des Chinesischen Kulturjahres, das 2012 in Deutschland stattfindet, lädt auch das Tanz&Folkfest chinesische Ensembles ein, die Einblicke in die traditionelle Musik ihres Landes geben und mit so manchem China-Klischee in Deutschland aufräumen dürften. Höhepunkt des viertägigen Musikfestes (05.07.-08.07.), das jährlich bis zu 70.000 Besucher anlockt, ist die Vergabe des renommierten Weltmusikpreises "Ruth". In diesem Jahr wird einer der bekanntesten deutschen Liedermacher für sein Lebenswerk ausgezeichnet: Hannes Wader, der gerade seinen 70. Geburtstag gefeiert hat.

Musik im "Jahr des Drachen"

Ensemble ConTempo Beijing beim Schleswig-Holstein Musik Festival (Foto: ConTempo Beijing)

Das Ensemble ConTempo Beijing zu Gast beim Schleswig-Holstein Musikfest

Besuch aus China steht auch beim Schleswig-Holstein-Musikfest in diesem Jahr im Mittelpunkt. Es ist nicht nur eines der größten Festivals seiner Art, sondern beeindruckt durch die Fülle seiner besonderen Aufführungsorte: Gespielt wird in Kirchen und Schlössern, aber auch auf Bauernhöfen, in Parks, Scheunen und in einer Flughafenhalle. Eine Solistenriege von Weltrang ist genauso dabei wie Künstler aus der Region. In diesem Jahr reicht das Angebot von Schattenspielern aus der Mongolei über das Shanghai Symphony Orchestra bis zu Nachwuchssängern, die die Festivalzeit für Meisterkurse bei Weltstars wie Grace Bumbry nutzen können. Für jeden soll etwas dabei sein, so Intendant Rolf Beck, und der künstlerische Leiter Christoph Eschenbach ergänzt: "Bunt soll es sein und den ganzen Facettenreichtum der Musik widerspiegeln."

Hollywood statt Bollywood

Screenshot Film Indien - mit Bollywood Karaoke lesen lernen (Foto: DW TV)

Indien: mit Bollywood Karaoke Lesen lernen

Nicht nur die Musikfreunde kommen im Festivalsommer auf ihre Kosten. Auch für Filmfans ist gesorgt, und zwar mit ganz besonderen Leckerbissen. Aus dem traditionellen Filmfest "Bollywood and beyond" ist in diesem Jahr das "Indische Filmfestival Stuttgart" geworden, und das bedeutet mehr als nur eine Namensänderung. In etwa 40 aktuellen Filmproduktionen soll "Indien ungeschminkt" gezeigt werden. "Das Festivalprogramm umfasst das ganze aktuelle indische Kino mit allen Filmarten und Genres. Die großen Bollywoodfilme sind ein Teil davon", erklärt Festivalleiter Oliver Mahn. Was anfangs ein großer Werbeeffekt war, sorgte in den zurückliegenden Jahren immer mehr für Verwirrung. "Bollywood-Fans waren enttäuscht, weil im Programm nur wenige typische Bollywoodstreifen waren. Dagegen schreckte der Begriff Bollywood viele Freunde indischer Filmkunst von einem Festivalbesuch ab", beobachtete Mahn. Jetzt sind vom 18. bis 22. Juli Spielfilme, Dokumentationen, Kurz- und Animationsfilme zu sehen, die die Seele der Nation widerspiegeln. Die Besucher erleben auf der Leinwand, was die Filmemacher in Mumbai umtreibt, sie können erfahren, wie man mit der Armut im Land umgeht, oder wie Menschen gegen den Analpabetismus in ihrem Land kämpfen. Aus der langjährigen Städtepartnerschaft zwischen Stuttgart und Mumbai ist ein Filmfestival gewachsen, das fünf Tage lang auf den Subkontinent schaut – mit Filmen, Tanz, Musik, Gesprächsrunden und vielen Begegnungen.

Zum 101. Mal: Wagner in Bayreuth

Katharina Wagner (Foto: dapd)

Katharina Wagner

Am 25. Juli ist es wieder soweit: Wagner-Fans aus aller Welt strömen zu den Bayreuther Festspielen (25.07.-28.08). Im vierten Jahr unter der Leitung der Wagner-Schwestern Eva und Katharina setzt Katharina ihre Reformpläne fort. "Public Viewing im Kino" ist derzeit angesagt. Nachdem in den letzten Jahren die Opern von Richard Wagner auf Großleinwänden in Bayreuth zu sehen waren, sollen die "Public-Viewer" in Zukunft für den Musikgenuss bezahlen. Mit mehr als 100 Kinos in ganz Deutschland sei man in Verhandlung, heißt es. Den Auftakt soll am 11. August die Übertragung einer Parsifal-Aufführung in einige Kinos machen, und als exklusives Rahmenprogramm will Festival-Chefin Katharina höchstpersönlich die Moderation in der Pause übernehmen. Ansonsten aber liegt das Augenmerk eher auf der Zukunft, auf dem 200. Geburtstag von Richard Wagner im kommenden Jahr. Aber das soll wiederum die Freude in diesem Jahr nicht trüben. Auf dem Programm stehen eine Neuinszenierung von Richard Wagners Oper "Der fliegende Holländer" in der Regie von Jan Philipp Glogler unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann, außerdem "Tristan und Isolde" in der Inszenierung von Christoph Marthaler, "Lohengrin" in Regie von Hans Neuenfels, "Tannhäuser" in der Inszenierung von Sebastian Baumgarten sowie "Parsifal" in Regie von Stefan Herheim.