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Wissen & Umwelt

Unser Held des Monats! Der Eisvogel

Diese Krone trage ich gern auch noch ein zweites Jahr: Der Naturschutzbund Deutschlands (NABU) hat mich zum "Vogel des Jahres" gekürt, nach 36 Jahren mal wieder. Vielleicht, weil ich so ein wunderhübsches Kerlchen bin?

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Zeichnung: H. Hartl

Schließlich biete ich meinem Publikum allen Grund, mir anerkennend hinterher zu pfeifen, zu schnattern oder zu schnauben. Denn mein Gefieder schillert wie ein Regenbogen. Auch wenn ich leider - aber nur im Sitzen! - die Veranlagung zum Pummelchen habe, kann ich fliegen so schnell wie der Blitz. Und die kleinen Fische sind selbst einen Meter unter der Wasseroberfläche nicht vor mir sicher, sobald ich einmal zum Sturzflug ansetze. Das soll mir der blasse Spatz, der ja so ungefähr meine Körpermaße hat, erst einmal nachmachen.

Wo ein gurgelnder Bach mich zum Fischen einlädt, da ist das Wasser noch in Ordnung. Experten nennen mich deshalb "Indikator für gesundes Gewässer". Sie erzählten mir , dass ich auf einer so genannten Roten Liste gefährdeter Tierarten in der 2. Kategorie stehe. Das sei keine Auszeichnung wie das mit dem "Vogel des Jahres“, sondern heißt, dass ich relativ selten bin. Ich fühle mich einfach nur an Flecken wohl, wo das Ufer noch nicht mit Stein und Beton begradigt wurde und das Wasser noch lebendig vor sich hin fließen darf. Und davon gibt es nicht mehr so viele.

Pressebild Eisvogel Vogel des Jahres 2009 Foto: Manfred Delpho

Leute, die denken, unsereins noch mit Fachtermini aufwerten zu müssen, haben meiner Art den sperrigen Namen "Alcedo atthis" gegeben, unsere Familie nennen sie "Alcedinidae". Der Name "Eisvogel" lässt selbst meine Kenner grübeln. Vielleicht kommt er aus dem Altdeutschen, da bedeutet "eisan" "schillern" oder "glänzen". Vielleicht sind es auch meine "eisblauen" Rückenfedern. Es kann auch sein, dass ich früher "Eisenvogel" hieß, weil mein Bauch so rostrot ist. Redet man über mich auf Englisch, dann bin ich der "Kingfisher", auf Schwedisch "Kungsfiskare" und bei den Franzosen übersetzt "Martinsfischer".

Eisvogel mit Fisch im Schnabel (Photo: Manfred Delpho)

Am liebsten fresse ich frischen Fisch, manchmal schenke ich ihn auch meinem Frauchen

Ich muss zugeben, dass mir dieser Winter wirklich zugesetzt hat. Ich kann nicht ordentlich fischen, wenn da dieses harte Eis auf dem Wasser liegt. Und wäre wirklich fast verhungert. Aber das ist vorerst ausstanden, jetzt kriege ich am Tag wieder meine 30 Gramm frischen Fisch zusammen. Mein Frauchen sieht mir übrigens sehr ähnlich, nur ihr Unterschnabel ist orange statt schwarz. Spätestens im April wird sie wieder brüten und etwa sechs kleine Eisvögel lebensfähig machen. Ich werde ihr bald eine Brutröhre graben in einer Lehmwand an der Uferböschung.

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