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Unser Gast vom 22.06.2008

Florian Gallenberger, Regisseur und Oscar-Preisträger

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Spätestens seit dem Gewinn des Oskars für seinen Kurzfilm "Qiero Ser" 2001 ist Florian Gallenberger einer der großen Shooting-Stars des deutschen Films.

Seine erste Begegnung mit dem Medium Film war für den 1972 in München Geborenen ein kleiner Videofilm über Franz Kafka, den er im Deutschunterricht drehte. Dabei kam ihm erstmals der Gedanke, dass Film vielleicht ein interessantes Betätigungsfeld sein könnte.

Nach dem Abitur beginnt Florian Gallenberger jedoch erst mal ein Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. (Philosophie, Russisch, Psychologie). Nach dem ersten Studienjahr bewirbt er sich an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen und wird sofort angenommen. Einer seiner Lehrer dort war der international renommierte Regisseur Wim Wenders, der ihm viele Kniffe für sein Metier beigebracht hat.

Das Entwickeln und Schreiben eines Stoffes sieht Florian Gallenberger als wichtigen Prozess in der Annäherung an seine Geschichten. Die Rückgezogenheit und Ruhe des Schreibens benötigt er auch als Gegengewicht zum hektischen Geschehen am Set. Zwischen Produktionsstress, Terminnot und chronischer Budgetknappheit hat das Arbeiten am Set heute viel von seinen kreativen Impulsen verloren. Besonders hart wird es bei unvorhergesehenen Rückschlägen wie bei den Dreharbeiten in Indien für seinen ersten Langspielfilm "Schatten der Zeit", als der Regisseur mit Hepatitis im Bett lag. Auch heute noch ist Florian Gallenberger froh, dass sein Produzent Helmut Dietl ihn damals vor dem Schlimmsten bewahrte – dem Abbruch der Dreharbeiten.

Der Filmemacher dankte es mit einem doppelten Gewinn des bayerischen Filmpreises (bester Erstlingsfilm und beste Kamera).

Aktuell arbeitet Gallenberger an seinem zweiten 90-Minuten Spielfilm über "John Rabe", einen Deutschen Siemens-Manager, der während des Zweiten Weltkriegs tausende Chinesen vor den Invasionstruppen der Japaner rettete. Der Film ist eine internationale Produktion mit deutschen und internationalen Stars wie Ulrich Tukur, Gottfried John und Steve Buscemi. Die Dreharbeiten in Shanghai sind inzwischen beendet. Im Schnitt erhält der Film jetzt den letzten Schliff. Zur Berlinale 2009 soll er fertig sein. Mit rund 17 Mio. Euro wird es eine der teuersten deutschen Produktionen der letzten Jahre.

Bisher spielten alle Filme des bayerischen Kosmopoliten im Ausland: in Mexiko, Indien und zuletzt in China. Erst sein nächster Film wird erstmals in Deutschland spielen. Vielleicht auch eine kleine verspätete Wiedergutmachung. Denn eigentlich wurde der Filmemacher von seinem Produzenten bereits vor acht Jahren nach Berlin geschickt, um dort eine Liebesgeschichte zu schreiben. Aber offenbar fiel ihm zu Berlin und Deutschland wenig ein in Sachen Liebe. Seine Liebe und heutige Frau Joanna fand er in Polen. Und den Schauplatz seines Drehbuchs verlegte er nach Indien. Jetzt hofft die deutsche Hauptstadt auf eine zweite Chance.

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