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Unser Gast vom 21.09.2008

Jan Frodeno, Triathlet

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Spätestens seit dem Gewinn der Goldmedaille im Triathlon bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 hat sich Jan Frodeno auch über die eingeschworene Fangemeinde hinaus einen Namen gemacht. Vom "ungeschliffenen Rohdiamanten" zum Goldjungen und Aushängeschild des deutschen Triathlon-Sports bedurfte es nur eines entschlossenen Endspurts in Peking.

Jan Frodeno wurde am 18.August 1981 in Köln geboren. Als er elf Jahre alt war, wanderte er mit seinen Eltern nach Südafrika aus.

Eigentlich war er sportlich nicht besonders interessiert. Doch die "fitnessverrückten" südafrikanischen Mitschüler brachten ihn schnell zum schwimmen. Kein Wunder, denn der Ozean lag vor der Tür. Mit 15 Jahren trat Jan Frodeno einem Verein bei und begann mit dem regelmäßigen Schwimmtraining. Er wurde ein starker Schwimmer, doch nicht stark genug, um auch international bestehen zu können.

Im Jahr 2000 überredete ihn sein Vater zu einem gemeinsamen Mountainbike-Trip. Das Radfahren machte ihm viel Spaß und er entdeckte, dass zum Triathlon nur noch das Laufen fehlte.

Als die deutsche Triathletin Ricarda Lisk Ende 2001 in Südafrika weilte, überredete sie Frodeno zur Teilnahme an einem "Wald- und Wiesentriathlon". Von da an war er nach eigenem Bekunden "infiziert".

Nach dem Abitur 2002 entschloss er sich, statt eines Studiums zunächst die sportliche Laufbahn einzuschlagen. Er verkaufte sein Fahrrad. Vom Erlös besorgte er sich ein Flug-Ticket nach Deutschland. Dort angekommen, stellte er sich beim ALZ Sigmaringen vor, einem Verein der Triathlon- Bundesliga.

Rasch erwarb sich das Talent den Ruf des "schnellsten Quereinsteigers" in der deutschen Triathleten-Szene. Seine Qualitäten blieben auch dem deutschen Bundestrainer Ralf Ebli nicht verborgen. Er förderte den "ungeschliffenen Rohdiamanten". In den Augen des Bundestrainers war der junge Sportler ein "Motivationstalent – sehr locker und gleichzeitig unglaublich konsequent".

Doch erste Rückschläge ließen nicht lange auf sich warten: Ein Sturz vom Fahrrad beim World Cup in Hamburg (2004), ein doppelter Bänderriss beim Finale der Deutschen Triathlon Liga in Leipzig (2004) warfen ihn zunächst zurück.

Er gab jedoch nicht auf und stand 2005 erstmals auf dem Treppchen: Ein dritter Platz bei der Deutschen Meisterschaft der Eliteklasse, gefolgt von einem dritten Platz beim World Cup in Peking. (Ausgetragen auf der Olympiastrecke von 2008.)

Auch 2006 folgten weitere Erfolge. (Bestes Resultat: der zweite Platz beim World Cup in Ungarn). Weiterhin fehlte jedoch ein ganz großer Erfolg.

Für die vorolympische Saison hatte sich Jan Frodeno deshalb viel vorgenommen. Mit der Trainingsphilosophie des neuen Bundestrainers Wolfgang Thiel aber hatte er Schwierigkeiten. Während Thiel vor allem eine Steigerung des Trainingsumfanges anstrebte, hielt Frodeno eine Intensivierung des Trainings für sinnvoller. Er entschloss sich deshalb die Zusammenarbeit mit Ralf Ebli fortzusetzen. Und er hatte Erfolg. Bei den Europameisterschaften in Kopenhagen 2007 wurde er hinter dem Spanier Javier Gomez Zweiter. Seine Topform unterstrich er auch bei den Deutschen Meisterschaften in München, wo er erstmals siegte.

Trotz weiterer nationaler und internationaler guter Platzierungen hatten die Fachleute für Olympia eher den deutschen Landsmann Daniel Unger auf dem Schirm. Der favorisierte Kollege belegte in Peking jedoch nur Rang 6. Stattdessen gelang Jan Frodeno mit "dem Rennen seines Lebens" der ganz große Triumph: Gold im Triathlon in Peking.

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