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Unser Gast vom 15.03.2009 Margot Käßmann, Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover

Moderator Hajo Schumacher spricht mit Landesbischöfin Margot Käßmann über Religion, Repressionen und das Runner’s High.

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Sie ist eine streitbare Frau und äußerst populär dazu. Seit 1999 leitet Margot Käßmann die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannover.

Die fünfzigjährige Bischöfin ist eine von vier Frauen, die in Deutschland das hohe Kirchenamt bekleiden. Unfreiwillige Schlagzeilen machte die promovierte Theologin und Mutter von vier Töchtern im Jahr 2007 als sie nach 26 Jahren Ehe die Scheidung einreichte. Ein Schritt, der für Aufsehen sorgte, ihrer Beliebtheit und Glaubwürdigkeit weit über Kirchenkreise hinaus aber nicht geschadet hat. Margot Käßmann gilt als moderne, feministische Kirchenfrau, die im christlichen Glauben fest verwurzelt ist.

Als jüngste von drei Schwestern wurde Margot Käßmann wurde am 3. Juni 1958 im hessischen Marburg an der Lahn geboren. Ihre Mutter war Krankenschwester, fuhr nebenbei Taxi, der Vater war Kfz-Schlosser mit einer eigenen Autowerkstatt. Nach dem Abitur 1977 studierte sie evangelische Theologie in Tübingen, Edinburgh, Göttingen und Marburg. 1981 heiratet sie Eckard Käßmann, ebenfalls Theologe, mit dem sie vier gemeinsame Töchter hat.

Ihr erstes Pfarramt übernimmt sie 1983 gemeinsam mit ihrem Mann in der hessischen Gemeinde Frielendorf. Bis 1990 arbeitet sie als Pfarrerin, promoviert in dieser Zeit an der Bochumer Ruhr-Universität zum Dr. der Theologie.

Schon bald reizen Sie kirchenpolitische Aufgaben. Von 1990 bis 1992 wird Margot Käßmann Beauftragte für den Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck. An der Kirchlichen Hochschule Leipzig und der theologischen Fakultät der Uni Marburg übernimmt sie Lehraufträge für Ökumene. Von 1991-1998 sitzt sie in verschiedenen Ausschüssen des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). Aus dem Zentralausschuss des Gremiums tritt sie 2002 aus Protest aus, weil der ÖRK mit Rücksicht auf die orthodoxen christlichen Kirchen keine ökumenischen Gottesdienste mehr abhalten will.

1994 wird sie zur Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags gewählt. Das Glaubensfest ist die wichtigste Großveranstaltung der Evangelischen Kirche, bei der alle zwei Jahre rund 100.000 meist junge Christen zusammenkommen. Zwei Kirchentage finden unter ihrer Regie statt, damit empfiehlt sich Margot Käßmann auch für höhere Aufgaben.

Ihre Wahl zur Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover im Sommer 1999 ist der vorläufige Höhepunkt ihrer Karriere. Ihr Anspruch an das Amt: Kirche solle sich wieder mehr einmischen und auch die ansprechen, die außerhalb der Institution nach Spiritualität suchen.

Margot Käßmann gilt seit längerem als aussichtsreichste Kandidatin für das Amt der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD). Die Wahl zur Nachfolge des derzeitigen Ratsvorsitzenden Bischof Wolfgang Huber findet im Oktober 2009 statt. Margot Käßmann wäre dann die erste Frau an der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland.

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