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Unser Gast vom 14.12.2008

Hatice Akyün, Journalistin und Schriftstellerin

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Hatice Akyün ist eine erfolgreiche Journalistin und Bestsellerautorin. Die Deutsche mit türkischer Herkunft schreibt vor allem über Integrationsthemen und mit viel Witz und Charme über die Unterschiede deutscher und türkischer Kulturen.

Hatice Akyün wurde 1969 in Akpınar Köyü, einem kleinen anatolischen Dorf, geboren. 1972 folgte sie mit ihrer Mutter und einer älteren Schwester ihrem Vater nach Duisburg, wo der Landwirt als Bergmann ein neues Leben in Angriff nahm. Sie sagt von sich, dass ihr Herz deutsch und ihre Seele türkisch sei.

Hatice Akyün hat deutsch durchs deutsche Fernsehen gelernt. Zu Hause in Duisburg wurde türkisch gesprochen und es gab damals noch kein türkisches Fernsehen und keine Sat-Schüsseln.

Der Koran war das einzige Buch zu Hause. Sie hat gerne gelesen und sich viele Bücher aus der rollenden Bücherei Duisburg ausgeliehen, vor allem Bücher über die westliche Wirklichkeit wie "Hanni & Nanni".

Nach der mittleren Reife machte Hatice Akyün eine Ausbildung zur Justizangestellten beim Amtsgericht in Duisburg. Anschließend holte sie ihr Abitur nach. Nach einem Jahr als Au Pair in New York, begann sie ein Studium der Betriebswirtschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Zeitgleich arbeitete sie als Freie Journalistin für die Lokalredaktion der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Nach einem Volontariat zog sie im Jahr 2000 nach Berlin und arbeitete als Society-Reporterin für die Zeitschrift "Max". Seit 2003 arbeitet Hatice Akyün als freie Autorin und schreibt unter anderem für den "Spiegel".

Im Jahre 2005 veröffentlichte sie den semibiographischen Roman "Einmal Hans mit scharfer Soße". Ihr Buch wurde auf Anhieb ein Bestseller. In diesem Jahr erschien die Fortsetzung "Ali zum Dessert". Diesmal schreibt sie als Mutter einer einjährigen Tochter über ihre zwei Welten zwischen gebährmuffeligen deutschen Freundinnen, PEKIP-Kursen, frühkindliche Musikerziehung, Elterngeld und türkischem Familienkommunismus. Sie berichtet humorvoll und voller Ironie darüber, wie nun zwei türkische Familien fröhlich-chaotisch in ihr deutsches Leben funken.

Ausserdem liest sie Märchen (deutsche und türkische) in Schulen mit starkem Ausländeranteil. Denn Bildung ist für sie der Schlüssel zur Integration und für Hatice Akyün geht es darum, dass man den Kindern nicht die Chancen verbaut.

Sie liebt Schuhe und lässt sie auch zu Hause an, was sie bei ihren Eltern nie darf. Über 100 Paar besitzt sie, die schönsten 25-30 sind in einem Glasregal im Wohnzimmer ausgestellt.

Hatice Akyün ist eine moderne, selbstbewusste junge Frau, die heute zusammen mit Mann und Kind in Hamburg zu Hause ist, immer einen Koffer in Berlin stehen hat, Deutschland als ihr Land liebt und sich dennoch ihre türkische Seele bewahrt hat.

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