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Unser Gast vom 01.02.2009 Steffen Möller, Kabarettist

Moderator Hajo Schumacher spricht mit dem deutschen Kabarettisten Steffen Möller über Vorurteile, Vokabeln und Vollkornbrot.

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Steffen Möller kam Anfang der neunziger Jahre als Sprachschüler nach Polen. Das Land begeisterte den Deutschen so sehr, dass er blieb und dort eine ungewöhnliche Karriere machte. Vom Deutschlehrer in Warschau wurde er zum gefeierten Kabarettisten und zum Schauspieler in einer erfolgreichen polnischen Seifenoper. Neben dem Papst ist Steffen Möller der bekannteste Deutsche in Polen und vielleicht der beliebteste dazu. Steffen Möller wird am 22.01.1969 in Wuppertal als ältester von drei Brüdern geboren. Sein Vater Christian war Professor für Theologie, seine Mutter Sigrun Religionslehrerin. Bereits während seiner Schulzeit ist er im Schulkabarett aktiv. Er parodiert Lehrer und gilt als "Klassenclown".

Nach Abitur und Zivildienst geht Steffen Möller nach Berlin und studiert Theologie und Philosophie an der Freien Universität. Aus reiner Abenteuerlust belegt er 1993 einen Polnisch-Sprachkurs in Krakau. Er verliebt sich in die Sprache und zieht 1994 nach dem Abschluss seines Studiums dauerhaft in die polnische Hauptstadt Warschau, die er heute neben Wuppertal als Heimat betrachtet.

In Polen arbeitet Steffen Möller zunächst als Deutschlehrer. Gute Deutschlehrbücher sind Mangelware, deshalb schreibt Möller viele Texte für seinen Unterricht selbst. Das sind meist komische Betrachtungen des polnischen Alltags aus deutscher Perspektive. Die Texte sind der Grundstein seines ersten Kabarettprogramms in polnischer Sprache, mit dem er im Juni 2001 in Krakau debütiert. 2002 gewinnt er beim nationalen Kabarett-Wettbewerb "PAKA" in Krakau den zweiten Preis. Ein erster Fernsehauftritt folgt. Der führt über Umwege in die Comedy-Sendung "Europa lässt sich mögen", eine Infotainment Show, in der fünf Ausländer auf polnisch um die Wette albern und von ihren Ländern erzählen.

Auf einer Kabarett-Bühne in Warschau werden auch die Macher der Seifenoper "L wie Liebe" auf Steffen Möller aufmerksam. Seit 2003 spielt er in der erfolgreichen Serie, die regelmäßig zehn Millionen Zuschauer einschalten, den deutschen Kartoffelbauern Stefan Müller. Die Figur des etwas naiven Losers, der glücklos in der Liebe, aber stets freundlich und hilfsbereit ist, verändert das Bild der Deutschen in Polen. Steffen Möller gilt fortan als der Vorzeige-Deutsche mit Sympathiefaktor. Steffen Möller wird in Polen zum Fernsehstar. 2004 erhält er den wichtigsten polnischen Fernsehpreis "Telekamera".

Für seine Verdienste um das deutsch-polnische Verhältnis wird Steffen Möller im Juni 2005 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Eine Ehrung, die ihm viel bedeutet.

Seit er als Serienheld den Durchbruch schaffte, ist Steffen Möller "Deutscher von Beruf". In Polen gilt er als Experte für alles, was nur im entferntesten mit Deutschland zu tun hat. Auch als Werbeträger für deutsche Produkte ist er in Polen gefragt. In Deutschland hingegen gilt er als Experte für alles, was mit Polen zu tun hat.

Sein Buch "Viva Polonia. Als deutscher Gastarbeiter in Polen", das 2008 auf deutsch erschien, wurde in Polen und Deutschland ein Bestseller.

Mit seinem Kabarett-Programm tourt er in diesem Frühjahr vor allem durch Deutschland.

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