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Europa

Unsanfte Überraschung nach Heimflug

Nach einer Sicherheitsübung hat die slowakische Polizei Sprengstoff im Gepäck eines Fluggastes vergessen. Als dieser zu Hause in Irland ankam, erwartete ihn ein dreistündiges Polizeiverhör.

Der Flughafen von Dublin (Foto: GTD Aquitaine/Wikipedia)

Der Sprengstoff reiste unerkannt nach Dublin

Erst drei Tage nachdem der 49-jährige Elektriker nach den Weihnachtsferien am vergangenen Samstag (02.01.2009) nach Dublin zurückgekehrt war, klopfte plötzlich die irische Polizei an seine Tür. Dabei sperrte am Dienstag (05.01.2010) eine Anti-Terror-Sondereinheit Bereiche der Innenstadt ab, und evakuierte Anwohner und Geschäftsleute. Im noch ungeöffneten Gepäck des slowakischen Immigranten entdeckte die Polizei 90 Gramm des hochbrisanten, giftigen Sprengstoffs RDX.

Slowakische Sicherheitsbehörden hatten zuvor ihren irischen Kollegen den Hinweis auf den Sprengstoff gegeben und darauf hingewiesen, dass der Reisende von seiner Fracht nichts wissen konnte, da die slowakischen Behörden selbst das Paket im Rahmen einer Sicherheitsübung am Flughafen von Bratislava im Gepäck des Mannes versteckt hatten. Dennoch wurde der Mann erst nach einem dreistündigen Verhör ohne Anklage freigelassen.

Sprengstoff vergessen

Der Irische Justizminister Dermot Ahern während einer Pressekonferenz (Foto: dpa)

Irlands Justizminister Dermot Ahern lässt ermitteln

Insgesamt acht Sprengstoffpakete hatte die Polizei im Gepäck unwissender Reisender verteilt. Sieben davon wurden bei Gepäck-Inspektionen entdeckt. Das achte Paket war hingegen durch die Sicherheitsprüfung gerutscht. Danach hatten die Prüfer vergessen, es vor dem Flug wieder sicherzustellen.

Das slowakische Innenministerium drückte in einem Schreiben an den irischen Justizminister Dermot Ahern sein "tiefstes Bedauern" über die Panne aus und betonte, der Sprengstoff sei "ohne Wissen oder Zustimmung des Passagiers" eingeschmuggelt worden.

Die irischen Behörden haben eine Ermittlung eingeleitet. Der Sprecher der oppositionellen Labour Party, Joe Castello, bezeichnete den Vorfall als "außergewöhnliche Affäre" und warnte, "das Leben und die Sicherheit von Anwohnern" sei gefährdet gewesen. Irische Beamte betonten hingegen, das Material habe zu keiner Zeit eine Gefahr für die Fluggäste dargestellt, da es nicht mit anderen Bestandteilen einer Bombe verbunden gewesen sei.

Keine Späße erlaubt

Eine Sicherheitskontrolle am Flughafen (Foto: AP)

Witze in der Sicherheitskontrolle können den Urlaub kosten

Flughäfen weltweit haben ihre Sicherheitsmaßnahmen erhöht, nachdem ein Nigerianer am 25.12.2009 in einem Flug von Amsterdam nach Detroit versucht hatte, eine Bombe zu zünden.

In Stuttgart beispielsweise schloss ein Luftfahrtunternehmen am Dienstag (05.12.2009) eine komplette Familie von einem Flug nach Ägypten aus, nachdem der 42-jährige Familienvater scherzhaft in der Sicherheitskontrolle zu einer Bekannten gesagt hatte, er habe Sprengstoff in der Unterhose. Damit war der Urlaub geplatzt. Zudem muss der Mann noch mit einer Geldstrafe durch das Ordnungsamt von bis zu 1000 Euro rechnen.

Autor: Fabian Schmidt (AFP, DPA)
Redaktion: Nicole Scherschun

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