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Aktuell Afrika

Unruhen und Häftlingsrevolte in Bengasi

Im Nordosten Libyens, in der Stadt Bengasi, sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen mehr als tausend Häftlinge aus einem Gefängnis ausgebrochen. Auch Unterstützer des früheren Diktators Gaddafi sollen geflohen sein.

Es habe einen Aufstand der Gefangenen und einen Angriff von außen auf die Haftanstalt al-Kuifja gegeben, erläuterte ein Vertreter der Sicherheitskräfte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP die Situation. Daraufhin sei den Häftlingen die Flucht gelungen. Spezialeinheiten seien nach dem Massenausbruch als Verstärkung angefordert worden. Sie hätten aber den Befehl erhalten, "nicht auf die Gefangenen zu schießen".

Unter den Flüchtenden sind auch frühere Gaddafi-Getreue

Der Großteil der Gefangenen sei wegen normaler Vergehen in der Haftanstalt gewesen, einige seien Afrikaner aus anderen Ländern, sagte der Vertreter der Sicherheitskräfte, der nicht namentlich genannt werden wollte. "Aber einige der Häftlinge wurden wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit dem ehemaligen Regime von Muammar al-Gaddafi festgehalten." Gaddafi war vor knapp zwei Jahren nach einem monatelangen Aufstand gestürzt und getötet worden.

Sicherheitskräfte patroullieren in Bengasi, Libyen, AFP PHOTO

Die Lage in Bengasi ist seit Monaten angespannt

Libyens Regierungschef Ali Seidan bestätigte den Gefängnisausbruch. Seinen Angaben zufolge griffen Anwohner das Gefängnis an, weil sie die Haftanstalt nicht mehr in der Nähe ihrer Wohnungen wollten. Grenzposten und Sicherheitskräfte seien angewiesen worden, die Entflohenen wieder festzunehmen.

Unruhen nach Attentat auf prominenten Menschenrechtler

Der Gefängnis-Ausbruch fand vor dem Hintergrund von schweren Unruhen nach der Ermordung eines politischen Aktivisten in Bengasi am Freitag statt. Tausende protestierten gegen die Bluttat. Die Proteste richteten sich vor allem gegen die islamistische Muslimbruderschaft, die für das Attentat auf den Anwalt Abdessalem al-Mesmari verantwortlich gemacht wurde.

Er war einer bekanntesten Menschenrechtsaktivisten in Libyen und ein prominenter Kritiker der Muslimbrüder. Nach seiner Ermordung verwüsteten in der Hauptstadt Tripolis Demonstranten die Büros der liberalen Allianz Nationaler Kräfte sowie der islamistischen Partei für Gerechtigkeit und Wiederaufbau.

haz/gmf (dpa, afp)

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