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Aktuell Afrika

Unruhen in Mombasa halten an

In der kenianischen Hafenstadt gehen die Ausschreitungen nach der Tötung eines radikalen Moslems weiter. Die Islamisten aus Somalia mischen sich ein.

Hunderte junge Demonstranten warfen Steine, beschädigten Autos und Geschäfte und versuchten, ins Zentrum der von vielen Touristen besuchten Metropole vorzudringen, berichteten Journalisten aus Mombasa. Spezialeinheiten der kenianischen Polizei gingen mit Tränengas gegen die Randalierer vor. Die meisten Geschäfte in der Innenstadt blieben geschlossen.

Die Unruhen waren am Montag nach der Tötung des radikalen islamischen Geistlichen Abud Rogo Mohammed in Mombasa ausgebrochen. Der Prediger wurde von Unbekannten erschossen, als er mit Familienangehörigen im Auto unterwegs war. Vertreter muslimischer Organisationen warfen der kenianischen Regierung vor, für die Tötung verantwortlich zu sein. Tausende Anhänger des Predigers lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Mindestens ein Mensch wurde bei den Ausschreitungen getötet. Zwei christliche Kirchen wurden von den Randalierern verwüstet.

Der getötete Prediger Abud Rogo Mohammed (Foto: dpa)

Der getötete Prediger Abud Rogo Mohammed

Rogo Mohammed stand auf Sanktionslisten der USA und der Vereinten Nationen, weil er Geld für die radikalislamische Al-Schabaab-Miliz im Nachbarland Somalia gesammelt und Kämpfer rekrutiert haben soll. Nach Angaben der UN war der Prediger auch der "wichtigste ideologische Anführer" der islamistischen Gruppe Al Hijra in Kenia, die als enger Verbündeter von Al-Schabaab gilt.

Verbindungen zu Al-Kaida

Die Miliz kontrolliert weite Teile Somalias und hat Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida. Die Gruppe hat auch auf kenianischem Boden Anschläge verübt und mehrere Europäer aus Kenia nach Somalia entführt. Als Reaktion waren Ende 2011 kenianische Soldaten in Somalia einmarschiert, um die Islamisten aus dem Grenzgebiet zu vertreiben.

Mit einem Aufruf an alle Moslems in Kenia, ihren Glauben und ihre Ehre zu verteidigen, heizte Al-Schabaab den Konflikt in Mombasa zusätzlich an. Zugleich riefen die Radikalislamisten zum Boykott der Präsidentenwahl in Kenia im nächsten Jahr auf.

wl/sti (dpa, dapd, afp, rtre)