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Europa

Unruhen in Estland gehen weiter

In der zweiten Krawallnacht in Folge sind in Estland fast 100 Menschen verletzt worden. Die Polizei verhaftete in der estnischen Hauptstadt Tallinn mehr als 600 Randalierer. Die meisten von ihnen sind russischstämmig.

Foto: AP

Unruhen in Estland

Auslöser der Gewalttätigkeiten war die Demontage eines sowjetischen Kriegerdenkmals im Zentrum der estnischen Hauptstadt Tallinn, die schon im Vorfeld für Streit zwischen Estland und Russland gesorgt hatte. Nach russischer Ansicht stand es für den Sieg über den Faschismus, für die Esten war es Symbol einer jahrzehntelangen Fremdherrschaft. Russischstämmige Esten machen rund 25 Prozent der etwa 1,35 Millionen Einwohner des baltischen Staates aus.

Brutale Auseinandersetzungen

Foto: AP

Chaos nach Geschäftsplünderungen

Nach Augenzeugenberichten zogen am späten Freitagabend (27.4.2007) rund 2000 Jugendliche durch Tallinn und griffen Polizisten mit Flaschen und Steinen an, warfen Autos um und zertrümmerten Fensterscheiben. Mit Tränengas und Wasserwerfern ging die Polizei gegen die Demonstranten vor. Viele der Randalierer waren angetrunken und mit Schals und Atemmasken vermummt. Von den 600 Festgenommen seien mindestens 100 jünger als 18 Jahre gewesen. Außer in Tallinn gab es auch in den Städten Johvi und Kohtla-Jarve im Osten des Landes Ausschreitungen.

Eine Nacht zuvor war bei Gewalttätigkeiten in Tallinn auch ein 19-jähriger Jugendlicher getötet worden, nach Behördenangaben wurden in der Nacht zum Freitag 56 Menschen verletzt und mehr als 400 festgenommen.

Russische Besetzung

Estland war 1940 wie die baltische Schwesterrepublik Lettland auf Grund des Hitler-Stalin-Paktes von der UdSSR annektiert worden. Auch Litauen wurde von Berlin der sowjetischen Einflusssphäre zugeschlagen. 1941 wurde Estland von der deutschen Wehrmacht besetzt, 1944 von der sowjetischen Armee zurückerobert. 1991 wurden die baltischen Staaten wieder unabhängig. (chr)

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