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Politik

UNO-Chef Annan warnt vor atomaren Anschlägen

Die Gefahr von Terror-Angriffen mit atomaren oder biologischen Waffen ist realer denn je. Davor warnte UNO-Chef Annan auf einer Sicherheitskonferenz in Madrid. Doch seine Macht, für mehr Schutz zu sorgen, ist begrenzt.

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Angst vor der Atombombe in Terroristen-Hand: Kofi Annan

Vor dem Jahrestag der Al-Kaida-Attentate von Madrid hat UN-Generalsekretär Kofi Annan die Welt gemahnt, atomare Terroranschläge unbedingt zu verhindern. Annan entwarf am Donnerstag (10.3.2005) auf der Anti-Terror-Konferenz in Madrid ein düsteres Szenario für den Fall, dass Extremisten ein Anschlag mit Nuklearmaterial gelingen sollte. "Falls es zu einem solchen Anschlag kommt, würde er nicht nur eine große Totenzahl und Zerstörungen hervorrufen, sondern auch die Weltwirtschaft ins Wanken bringen und Dutzende Millionen Menschen in bittere Armut stürzen", sagte er laut Redetext.

Kein Science-Fiction

Es sei lebenswichtig, dass Extremisten kein Nuklearmaterial in die Hand bekämen, fuhr Annan auf der Abschlusssitzung des Madrider "Internationalen Gipfeltreffens über Demokratie, Terrorismus und Sicherheit" fort. Diese Gefahr sei keine abgehobene Zukunftsvision, sondern in einer technologisch fortgeschrittenen Welt mit ausreichend vorhandenen atomaren Gefahrenstoffen durchaus real. Einige Extremisten hätten bereits offen ihr Interesse an Spaltmaterial bekundet. "Dass es bislang nicht zu einem solchen Angriff gekommen ist, ist für uns kein Grund, uns selbstgefällig zurückzulehnen", warnte Annan.

Annan plädierte für die Verabschiedung einer internationalen Konvention, die jede Art von Terror weltweit für illegal erklärt. Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) unterstützte die Forderung. Dazu sei es jedoch dringend nötig, sich auf eine gemeinsame Definition des Begriffs des Terrorismus zu verständigen. "Der Terrorismus mit seiner totalitären Ideologie ist eine Bedrohung der Weltgemeinschaft", sagte Fischer. "Die Vereinten Nationen spielen im internationalen Kampf gegen den Terrorismus eine zentrale Rolle."

Bio-Waffen

Auf die Gefahr eines biologischen Terrors habe sich noch kein Staat der Welt eingestellt. "Bald wird es Zehntausende von Labors geben, die in der Lage sind, gefährliche Erreger zu produzieren", erklärte der Chef der UNO weiter.

An der Madrider Konferenz nahmen 200 Experten und Politiker aus über 50 Staaten teil, darunter etwa 20 Staats- und Regierungschefs. Das Treffen fand aus Anlass des Jahrestags der Attentate von Madrid statt, bei denen am 11. März vor einem Jahr 191 Menschen getötet worden waren. (mas)

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