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Empörung im Netz

United Airlines im Shitstorm: Passagier gewaltsam von Bord gezerrt

Die amerikanische Fluggesellschaft erntet Zorn und Spott in den sozialen Medien - vor allem in China. Ein Video war aufgetaucht, in dem ein Mann von Bord gezerrt wird. Der Grund: Die Airline hatte das Flugzeug überbucht.

Dunkel gekleidete Sicherheitsbeamte zerren einen schreienden Mann von seinem Flugzeugsitz, schleifen ihn an seinen Armen durch den Gang. Dabei rutscht sein Pullover hoch, seine Brille hängt schief in seinem Gesicht. "Das ist falsch, oh mein Gott. Guckt doch, was ihr mit ihm macht", ruft eine Frau durchs Flugzeug.

Videos, aufgenommen vor dem Start des United-Airline-Fluges 3411, sorgten in den sozialen Netzwerken für Entrüstung. Eines wurde auf Twitter über 150.000 Mal geteilt; ein anderes wurde auf Facebook mehr als 15 Millionen Mal angeschaut.

Es schallt zurück

Die Nutzer reagierten größtenteils mit Ärger und Unverständnis auf die Szenen aus dem Flugzeug und polterten gegen die Fluggesellschaft. "Nie wieder fliege ich mit dieser Airline. Toll, wie sie Passagiere behandeln - wie Objekte und bloß eine weitere Reservierungsnummer", schrieb etwa Richard Dogum.

Besonders wütend waren Nutzer in China, wo ein Bericht über den Vorfall durch die sozialen Medien fegte. Laut dem Artikel hatte der Mann angeblich gesagt, er wäre Chinese. Mittlerweile berichteten jedoch einige Medien, seine Wurzeln lägen in Vietnam.

"Es ist unglaublich, wie diese Fluggesellschaft einen Gast behandelt, weil er ein asiatisches Gesicht hat", kommentierte eine Nutzerin auf dem Chat-Dienst Wechat. "Was für eine Diskriminierung", schrieb ein anderer. Viele riefen zum Boykott der Airline auf.

Was war passiert?

United Airlines hatte das Flugzeug, das von Chicago nach Louisville im Bundesstaat Kentucky flog, überbucht. Vier Passagiere mussten das Flugzeug verlassen. Doch niemand war dazu bereit - auch nicht, nachdem die Airline Freiwilligen 800 Dollar und eine kostenlose Hotelübernachtung anbot.

Schließlich entschied ein Computer per Zufall darüber, wer nicht mitfliegen durfte. Das Los traf den Mann aus dem Video, der sich weigerte, das Flugzeug zu verlassen. Er sei Arzt und müsse am nächsten Morgen Patienten besuchen. Daraufhin rief das Personal die Polizei.

#NewUnitedAirlinesMottos

Im Internet wird United Airlines nun zunehmend verspottet, unter dem Hashtag #NewUnitedAirlinesMottos posten die User ihre ironisch gemeinten Vorschläge für neue Werbeslogans. So schrieben sie etwa: "Melde dich freiwillig oder wir sorgen dafür, dass du es tust", und: "Nicht genug Plätze? Bereite dich auf Prügel vor."

 

Reaktion der Airline

Oscar Munoz, Geschäftsführer bei United Airlines, entschuldigte sich dafür, dass die Passagiere das Flugzeug verlassen mussten. Er versprach außerdem, sich mit dem Betroffenen in Verbindung zu setzen und die Situation zu klären.

Zudem teilte die Flugsicherheitsbehörde in Chicago mit, sie habe den Sicherheitsbeamten beurlaubt, der den Mann durch den Kabinengang gezogen habe. "Der Vorfall auf dem United-Flug 3411 war nicht im Einklang mit unserem standardmäßigen Prozedere", hieß es in einem Statement.

In den USA kommt es häufiger vor, dass Flugzeuge überbucht sind. Die Fluggesellschaften verkaufen auf bestimmten Strecken mehr Sitze als vorhanden, weil erfahrungsgemäß ein bestimmter Anteil der Passagiere seine Tickets verfallen lässt. Fast eine halbe Million Fluggäste mussten im vergangenen Jahr zurückbleiben.

mrk/stu (afp, dpa)

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