UNICEF: 400.000 Kinder im Kongo vom Hungertod bedroht | Aktuell Afrika | DW | 12.12.2017
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Demokratische Republik Kongo

UNICEF: 400.000 Kinder im Kongo vom Hungertod bedroht

Das UN-Kinderhilfswerk warnt vor einem Massensterben in der südwestlich gelegenen Kasai-Region. Ausgelöst hat die Katastrophe ein bewaffneter Konflikt zwischen der Armee der Demokratischen Republik Kongo und Milizen.

Mindestens 400.000 Mädchen und Jungen seien vom Hungertod bedroht, erklärte das UN-Kinderhilfswerk UNICEF in Genf. Die Kinder bräuchten dringend Spezialnahrung und medizinische Hilfe. Insgesamt seien 750.000 Kinder in dem Gebiet im Südwesten der Demokratischen Republik Kongo akut unterernährt.

Die Hungerkrise sei durch die seit anderthalb Jahren andauernden Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen, der Armee und der Polizei heraufbeschworen worden. Rund 1,4 Million Menschen sind laut UNICEF bereits vor der Gewalt geflüchtet. In dem Chaos sei die Lebensmittelproduktion weitgehend zum Erliegen gekommen. Die UN-Organisation wies auch auf die katastrophale Lage des Gesundheitssystems in der Kasai-Region hin. Rund 220 Gesundheitseinrichtungen seien geplündert, beschädigt oder zerstört worden. Kranke und Verletzte könnten nicht mehr behandelt werden.

In mehreren Provinzen im Kongo gibt es seit dem Tod des Milizenführers Kamwina Nsapu im vergangenen Jahr einen bewaffneten Konflikt. Nsapu, Chef einer gegen Präsident Joseph Kabila kämpfenden Gruppe, wurde von Soldaten getötet. In der an der Grenze zu Angola liegenden Kasai-Region kommt es seitdem immer wieder zu Angriffen auf Dörfer mit Massakern und Plünderungen. 

sti/sam (afp, epd)