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Bildung

Uni Köln: Tolerant und breit gefächert

Sie ist eine der ältesten und größten Hochschulen in Deutschland. Mit ihrer Größe und Vielfalt konnte die Universität Köln im Exzellenzwettbewerb punkten. Sie darf sich nun "Elite-Universität" nennen.

Fast 600 Jahre ist sie alt, und schon immer war an der Kölner Universität viel Betrieb. Mit Ausnahme der Zeit, als Napoleon Europa fest im Griff hatte und die Hochschule vorübergehend einfach dicht machte. Heute studieren über 40.000 Studenten an den sechs Fakultäten. Sie können mehr als 200 Studiengänge belegen. Köln ist eine der ältesten und größten Universitäten Deutschlands. Nun kann sie sich bis 2017 mit dem Titel "Elite-Universität" schmücken.

Rektor Axel Freimuth zeigte sich erfreut über die Entscheidung der Kommission. "Der Erfolg der Kölner Projekte würdigt unsere Anstrengungen der letzten Jahre. Ich möchte allen Beteiligten für ihren hervorragenden Einsatz danken“, so Freimuth in einer Erklärung.

Das Uni-Hauptgebäude am Albertus-Magnus-Platz in Köln, ein typischer Bau der Spät-Weimarer Republik, ist in den 30er Jahren entstanden ist. Nach und nach kamen die anderen Gebäude der Universität hinzu. Zum Campusgelände gehört eine Uniwiese, in der City gibt es weitere Liegenschaften.

Anspruchsvolles Studium in toleranter Umgebung

Pressesprecher Patrick Honecker vertritt die Universität zu Köln bei der Exzellenzinitiative 2012 (Foto: Alexander Perkovic)

Pressesprecher Patrick Honecker vertritt die Universität zu Köln bei der Exzellenzinitiative 2012

"Viele Studenten kommen nach Köln, weil die Ausbildung der Uni in den Rechts- und Betriebswissenschaften einen so guten Ruf hat, dass deutsche Arbeitgeber unsere Studienabgänger später gerne einstellen", erzählt Patrick Honecker, Pressesprecher der Uni Köln. Außerdem könne man hier fast alle Fächer studieren. Dazu habe das Rheinland seinen Reiz, sagt er. Hier sei man eher lässig und offen für Kultur, Medien, Austausch und Kommunikation statt preußisch-akribisch oder süddeutsch-engagiert und bayerisch-krachledern.

Das zieht auch viele Wissenschaftler aus dem Ausland an. "Viele sagen uns, dass unser Lebensraum hier sehr tolerant ist und auch cool", berichtet Honecker stolz. Studenten wie der 23-jährige Benedikt Ritter vom Fachbereich Geologie bestätigen das. "Jeder ist locker drauf und akzeptiert den anderen", meint er. "So ist das in Köln, und das macht vielleicht auch die Uni hier aus."

Grüne Genetik und Graduiertenschule für Geisteswissenschaftler

Die Forschungsschwerpunkte an der Kölner Uni liegen in der Geographie, Physik und interdisziplinär in der Psychologie und Betriebswirtschaft sowie in der Biologie und Medizin. Vor fünf Jahren förderte die Exzellenzinitiative bereits ein Projekt, das erforscht, warum alte Leute häufiger an Krebs erkranken als jüngere. Die Uni arbeitet dabei mit außeruniversitären Einrichtungen zusammen, deshalb heißt es "Exzellenzcluster". In diesem Jahr ging die Uni Köln mit einem neuen Exzellenzcluster ins Rennen. Diesmal erforscht sie zusammen mit der Universität Düsseldorf und dem Max-Planck-Institut Köln, wie Pflanzen genetisch beschaffen sein müssen, damit sich ihr Nährstoffgehalt erhöht.

Zudem fördert die Exzellenzinitiative die sogenannte Graduiertenschule, in der Doktoranden besondere Lehrveranstaltungen und Seminare innerhalb verschiedener Wissenschaftsgebiete besuchen. Bisher führte die Uni Köln zusammen mit der Uni Bonn eine Graduiertenschule für Physik und Astronomie. Beim aktuellen Wettbewerb stellte sich die Hochschule nun mit ihrer ersten eigenen Graduiertenschule vor. Sie führt Absolventen der Philosophischen Fakultät aus den Bereichen Sprache, Geschichte und Kultur an gemeinsame Themen heran.

Größe und Vielfalt als Chance für die Forschung

Sebastian Grote, Skandinavistik-Student in Köln (Foto: DW / Antje Hollunder)

Skandinavistik-Student Sebastian Grote: "Die meisten Studierenden wissen gar nicht, was die Exzellenzinitiative überhaupt ist."

Nur Universitäten mit Graduiertenschule und mindestens einem Exzellenzcluster können von der Exzellenzinitiative noch in einem weiteren Punkt gefördert werden. Dafür muss die Hochschule ein Gesamtkonzept vorlegen, wie sie ihre Forschung künftig weiter ausbauen will. Die Uni Köln will in Zukunft ihre Größe und Vielfältigkeit besser nutzen. "Aufgrund der vielen Forscher und vielen Studierenden, die wir hier haben, können wir schnell neue Forschungsgebiete aufbauen", erklärt Patrick Honecker.

Für die meisten Kölner Studenten ist die Frage, ob ihre Hochschule demnächst "Elite-Uni“ heißt, irrelevant. "Das lief ja auch so ein bisschen über die Köpfe der Studenten hinweg", meint der Skandinavistik-Student Sebastian Grote. Die meisten Kommilitonen wüssten gar nicht, was die Exzellenzinitiative genau sei. Der Grund dafür ist Grote ganz schnell klar geworden: "Dabei geht es ja auch hauptsächlich um die Forschung und Ausbildung von Promovierenden."

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