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Fußball

Ungeliebtes Testspiel als Chance

Keiner hat die Ansetzung des Länderspieltermins am Mittwoch durch die FIFA verstanden, doch nun wird das Freundschaftsspiel gegen Dänemark in Kopenhagen zur Chance für Neulinge, Reservisten und Ausgemusterte.

Joachim Löw (Foto: AP)

Ein Bundestrainer mit Personalsorgen - Joachim Löw

Im Vorfeld des Länderspiels gegen Dänemark gab es viel Unmut bei den Fußball-Bundesligisten. Keinem passte der Termin mitten in der Saisonvorbereitung ins Konzept, für sinnvoll hielt dieses Spiel niemand. So mancher sah gar die gesamte Club-Vorbereitung, die durch die WM schon gestört und schwierig genug war, gefährdet.

Chancen für Ersatzsspieler

Sascha Riether (Foto: dpa)

40. Neuling unter Löw - Sascha Riether

Ohne große Diskussionen passte sich Bundestrainer Joachim Löw bei seiner Kadernominierung den Wünschen der Vereine an und ließ die Mehrheit der erfolgreichen WM-Spieler raus. Mit nur sieben WM-Nationalspielern und insgesamt lediglich 16 Spielern tritt nun die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zum Spiel gegen Dänemark in Kopenhagen an. Aus der WM-Stammelf sind nur zwei Spieler dabei: Jerome Boateng und Torhüter Manuel Neuer – der freilich nicht spielen wird. Tim Wiese, bei der WM nicht zum Einsatz gekommen, wird zwischen den Pfosten stehen.

Der Blick in die Statistik zeigt, dass es sich tatsächlich um einen Notkader handelt, mit dem der DFB nach Kopenhagen fährt. Lediglich der für die WM nicht berücksichtige Thomas Hitzlsperger hat mehr als 50 Länderspiele und liegt damit weit an der Spitze. Alle aufgebotenen Spieler haben es bisher auf insgesamt 22 Tore in der Nationalelf gebracht – Gomez traf allein schon zwölf Mal. Nicht gerade die besten Voraussetzungen gegen die Dänen, die immerhin 13 WM-Fahrer aufbieten können – in Südafrika aber nicht über die Vorrunde hinaus gekommen sind.

Aus der Not eine Tugend machen

Jerome Boateng (Foto: AP)

Der einzige WM-Stammspieler, der gegen Dänemark auflaufen wird - Jerome Boateng

Bundestrainer Joachim Löw betrachtet die Situation ziemlich nüchtern, weiß, dass er keine eingespielte Mannschaft aufbieten und so kein tolles Spiel erwarten kann. Daher hebt er vor allem die aus seiner Sicht positive Seite der Partie hervor: den Stammkader eventuell mit dem einen oder anderen Spieler erweitern zu können. Gerade vor der im September beginnenden Qualifikation zur Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine sieht Löw das als notwendig an. Er erinnerte an die Situation nach der WM 2006, als sich viele Stamm-Nationalspieler verletzten und man auf Spieler aus dem erweiterten Kreis zurückgreifen musste.

Auch die Spieler, die jetzt dabei sind, sehen sich nicht als Lückenbüßer. Der 27-jährige Sascha Riether vom VfL Wolfsburg freut sich auf seinen ersten Länderspieleinsatz und der längere Zeit nicht berücksichtigte Hannoveraner Christian Schulz unterstreicht die Chance, die so eine Partie den Spielern bietet – sich wieder ins Blickfeld zu spielen und einen Platz im Kreis der Nationalspieler neu oder zurück zu erobern.

43 weitere Partien – oft ohne Stars

Neben dem deutschen Spiel in Dänemark finden an diesem ungeliebten Länderspieltermin noch 43 weitere Testspiele statt. Und viele Trainer haben es Joachim Löw nachgemacht und ihre Stars zu Hause gelassen. Der niederländische Bondscoach Bart van Mawijk geht dabei sogar so weit, keinen einzigen Spieler aus dem Vizeweltmeister-Team in der Ukraine spielen zu lassen. Lediglich Spaniens Trainer del Bosque kennt keine Gnade – die Weltmeister müssen alle gegen Mexiko schon wieder ran.

Autor: Wolfgang van Kann
Redaktion: Marion Linnenbrink