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Ostmitteleuropa

Ungarn verbietet Export des Nationalgewürzes

Budapest, 31.10.2004, PESTER LOOYD, deutsch

Die Affäre um vergifteten Paprika wird strengere Lebensmittelgesetze und eine engere Kooperation mit den Behörden der EU nach sich ziehen, betont der Ministerpräsident. Die Regierung hat am Donnerstag durch einen aufsehenerregenden Beschluss den Export von rotem Paprikapulver unterbunden, nachdem in Proben dreier wichtiger Hersteller hohe Konzentrationen eines tropischen Pilzgiftes (aflatoxin = Gift des Pilzes Aspergillus parasiticus) gefunden wurden, der durch die Vermischung mit Importpaprika in das ungarische Nationalgewürz gemengt worden ist. Neben dem Ausfuhrverbot, das teilweise schon wieder aufgehoben wurde, warnte man zudem die Bevölkerung vor dem Gebrauch von Paprika. Die gemessenen Werte liegen ca. 10 bis 15 Prozent über normal, panisch solle man jedoch nicht werden, man müsse schon enorme Mengen Paprika verschlingen, um ernsthaft krank zu werden, so die Lebensmittelaufsicht. Neben den Verlusten aus dem Exportgeschäft (Ungarn ist mit 5.000 Tonnen jährlich drittgrößter Paprikaexporteur der Welt) ist vor allem ein enormer Imageschaden für das "Land des Paprika" entstanden. Als Sofortmassnahme kündigte der Ministerpräsident an die Lebensmittelaufsicht umgehend dem Gesundheitsministerium zu unterstellen und dem Landwirtschaftsministerium zu entziehen, da man dort offenbar die Interessen der Produzenten über jene der Verbraucher gestellt hat. Zudem fordert der Premier einheitliche Im- und Exportkontrollen für den ganzen EU-Raum, um die Einfuhr kontaminierten Paprikas für die Zukunft ausschließen zu können. (fp)

  • Datum 02.11.2004
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  • Permalink http://p.dw.com/p/5nr0
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