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Ostmitteleuropa

Ungarn: Tokaj unterm Hammer

Budapest, 4.10.2004, PESTER LLOYD, deutsch

Die staatliche Privatisierungsagentur ÁPV kündigte am Freitag die Veräußerung von vier Landwirtschaftsbetrieben aus Treuhandbesitz an, die bei einer ersten Ausschreibung nicht an den Mann gebracht werden konnten. Neben der Komáromer, der Alcsiszigeter und der Bacsalmaser Landwirtschafts AG gehört zu den Verkaufsobjekten auch der größte Produzent des "ungarischen Goldes", der traditionsreiche Weinkeller "Tokaj Handelshaus AG". Die Angebote der ersten Runde waren entweder zu niedrig oder verfehlten sonst wie die Vorgaben der Treuhandanstalt, die Wert auf finanzkräftige Investoren legt, die klare Konzepte vorbringen, Kapital einschießen und möglichst die Arbeitsplätze erhalten sollen. Das Tokaj Handelshaus entstand aus dem Zusammenschluss etlicher kleiner Weinberge in der historischen Weinregion im 19. und 20. Jahrhundert und verfügt neben Produktionsanlagen, Anbauflächen und weitläufigen, teils historischen Kelleranlagen auch über einen umfangreichen Bestand des berühmten Ungarweines, der früher an allen Höfen Europas floss. Die Privatisierung steht jedoch unter keinem günstigen Stern, denn längst haben sich nach der Wende zahlreiche private Weinbetriebe in Tokaj etabliert, die in Marketing, Qualität und Know how einen großen Vorsprung erreichen konnten. Auch die permanente Erhöhung der Ertragsmengen und Anbauflächen spricht gegen durchdachtes Marketing. Gerade im Juli nahm die ÁPV eine Kapitalerhöhung um 2,1 Mrd. HUF (ca. 8,5 Mio. EUR) vor und bürgte für weitere 400 Mio. HUF, Geld das dringend nötig war, denn das Unternehmen schwimmt auf einem riesigen See von Wein, den es kaum los wird. (fp)

  • Datum 06.10.2004
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  • Permalink http://p.dw.com/p/5fMN
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