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Ostmitteleuropa

Ungarische Intellektuelle fordern Leitung des Ungarischen Rundfunks zum Rücktritt auf

Budapest, 22.7.2003, NEPSZABADSAG, ungar.

Führende Intellektuelle haben eine Erklärung veröffentlicht, in der sie die Leiter des Ungarischen Rundfunks zum Rücktritt auffordern. Sie schreiben: "In bestimmten wöchentlichen Radiosendungen verletzen die vulgäre Demagogie, die Anwendung primitivster Methoden des unseriösen Journalismus, die Wiederholung von offensichtlichen Lügen, das ständige Anzweifeln der Rechtmäßigkeit der in demokratischen Wahlen an die Macht gelangten Regierung, in Kombination mit der wiederholten und emphatischen Verbreitung von offen antisemitischen und rassistischen Ansichten über den Ausschluss bestimmter Menschengruppen und Nationen die Grundnormen eines demokratischen Staates, der sich auf die Prinzipen des Rechstaats stützt."

Laut der Erklärung herrsch innerhalb der Mauern der Institution eine Atmosphäre der Angst, und das Verhalten der Chefin des Senders füge dem Ansehen des Senders kontinuierlichen Schaden zu. Die Unterzeichner betrachten den intellektuellen Gehalt und den Ton bestimmter Sendungen des Ungarischen Rundfunks – besonders die Sonntags-Nachrichten – als nicht hinnehmbar.

Die Erklärung unterzeichneten: Tamas Ascher, Bela Bacso, Andras Ivan Bojar, Vilmos Csanyi, Ivan Darvas, Laszlo Des, Geza Fodor, Balazs Galko, Peter Gothar, Ferenc Grunwalsky, Szabolcs Hajdu, Istvan Haraszty, Peter Haumann, Agnes Heller, Miklos Jancso, Gyorgy Jovanovics, Peter Kantor, Janos Kenedi, György Konrad, Mihaly Kornis, Janos Kovacs (Dirigent), Endre Kukorelly, György Litvan, Andor Lukats, Karoly Makk, Peter Sziami Müller, Lajos Parti Nagy, Gabor Presser, Mihaly Raday, Sandor Radnoti, Ferenc Török, und Maria Vasarhelyi.

Als Reaktion drauf erklärte der stellvertretende Direktor Janos Hollos, das Management des Ungarischen Rundfunks werde sich keinerlei demagogischer Hetze beugen, ob sie von der Rechten oder der Linken komme. Er fügte hinzu, der Sender arbeite gesetzeskonform, und dies sei in mehreren Prüfungen bestätigt worden. Im Zusammenhang mit der Erklärung äußerte der Vorsitzende des Kuratoriums des Senders, Karoly Szadai, die Befürchtung, dass der Text eine Verschärfung der drastischen Mittelkürzung des Senders nach sich ziehen werde. (MK)

  • Datum 24.07.2003
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  • Permalink http://p.dw.com/p/3ub2
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