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Kultur

UNESCO: IS-Milizen zerstören Kulturgüter

Die UN-Organisation sieht eine große Gefahr für das irakische Kulturerbe. UNESCO-Chefin Irina Bokowa warnte auf einer Tagung in Paris vor "kultureller Säuberung" durch die Dschihadisten.

Grab des Propheten Jonahs zerstört

Im Juli 2014 wurde in Mossul das Grab des Propheten Jonah gesprengt

Schreine, Manuskripte, Statuen, sogar ganze Kirchen in mehreren irakischen Städten sind den Extremisten bereits zum Opfer gefallen, darunter auch Heiligtümer, die von Moslems und Christen gleichermaßen verehrt werden. Auch antike Gebäude, die bis in die Zeit der Assyrer zurückreichen, sind zerstört worden. Was nicht verbrannt oder gesprengt wird, wird in die ganze Welt verkauft.

Bei einem UNESCO-Treffen am Montag in Paris berichtete Qais Hussein Rashid, Direktor des Irakischen Nationalmuseums in Bagdad, von internationalen Mafia-Organisationen, die mit der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zusammenarbeiten: "Die Mafia interessiert sich für alles, was nach Kulturerbe aussieht und informiert die Terrormiliz über das, was verkauft werden kann." In Europa seien bereits einige geraubte assyrische Kulturgüter aufgetaucht, so Rashid.

Der IS finanziert sich zu großen Teilen durch den Schmuggel von geraubten Kunstgegenständen und den Schwarzhandel mit Öl.

Aufruf zur Mitarbeit

Die UNESCO hat nun ihre Mitgliedsländer, internationale Museen und Kunsthändler über das Vorgehen der Dschihadisten informiert. Während die irakischen Behörden zurzeit nicht mehr tun können, als die Zerstörungen und Plünderungen zu dokumentieren, strebt UNESCO-Chefin Bokowa eine Resolution an, in der jeglicher Handel mit geraubten Kunstschätzen aus dem Irak verboten wird. Auch Interpol und die Welthandelsorganisation WTO sind aufgerufen, den Kunstmarkt genau zu beobachten.

Um weitere Zerstörungen zu verhindern, informierte die UNESCO die an den Luftangriffen gegen den IS beteiligten Länder über die geografische Lage der irakischen Kulturstätten.

sw/ag (dpa/afp)

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