UNESCO: Immer mehr Angriffe auf Künstler | Kultur | DW | 14.12.2017
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Kultur

UNESCO: Immer mehr Angriffe auf Künstler

Laut eines Berichts der UNESCO wurden in den letzten Jahren immer mehr Künstler Opfer von Angriffen. Die Zahlen hätten sich in drei Jahren mehr als vervierfacht. Am häufigsten betroffen seien Musiker.

Blick auf die Einfahrt des Heinrich-Böll-Hauses (Heinrich Böll) (picture-alliance/dpa)

Das Heinrich-Böll-Haus in Langenbroich unterstützt politisch verfolgte Autorinnen und Autoren

430 Angriffe auf Künstler gab es im Jahr 2016, so die Angaben der UN-Kulturorganisation. Im Jahr zuvor waren 340 verzeichnet worden, 2014 waren es 90. Am stärksten seien Musiker betroffen, dicht gefolgt von Autoren. Die meisten Übergriffe auf Autoren fanden im vergangenen Jahr in den Regionen Asien-Pazifik, Nahost, Nordafrika und Europa statt.

In dem UNESCO-Bericht mit dem Titel "Kulturpolitik neu gestalten - Kreativität fördern, Entwicklung voranbringen" heißt es weiter, dass sich staatliche und nicht-staatliche Akteure zunehmend für künstlerische Freiheiten einsetzten. Dazu zählen gesetzliche Änderungen, das Schaffen von sicheren Rückzugsorten in Künstlerresidenzen, die Aufnahme von Kunstschaffenden durch Städte sowie die Einrichtung von Notfallfonds und Hilfen durch über 100 Organisationen weltweit.

Frauen weiterhin im Nachteil

Die Autoren des Berichts kritisierten deutlich die Benachteiligung von Frauen in nahezu allen Bereichen der globalen Kulturbranche. Zwar sei das Bewusstsein für die Bedeutung der Gleichstellung in den vergangenen Jahren gestiegen, das reiche jedoch nicht aus.

Nur bei einem von fünf Filmen beispielsweise habe in Europa eine Frau Regie geführt. In Nordamerika erhielten Frauen nur 75 Cent für jeden US-Dollar, den männliche Museumsdirektoren verdienten.

In dem Bericht werden zudem bessere Zugänge von Künstlern des globalen Südens auf den Markt im Norden angemahnt. Kulturschaffende aus dem Norden seien weiterhin im Vorteil, weil sie in mehr Ländern problemlos Zutritt hätten.

pj/pl (epd/kna/unesco.org)

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