Unerwarteter Besuch aus dem All: Asteroid schrammt an der Erde vorbei | Wissen & Umwelt | DW | 09.02.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wissen & Umwelt

Unerwarteter Besuch aus dem All: Asteroid schrammt an der Erde vorbei

Erst vor wenigen Tagen entdeckten Astronomen aus Arizona den Asteroiden "2018 CB". Am Freitagabend kam er der Erde fünfmal näher als der Mond. Können uns solche Überraschungsfunde gefährlich werden?

Tag und Nacht suchen Astronomen den Himmel nach unbekannten, erdnahen Objekten ab. Automatisch scannen die Teleskope dabei das Firmament. Kleinere Asteroide können da schon mal auf dem Radar verschwinden. Am vergangenen Wochenende entdeckten Wissenschaftler aus Arizona - eher zufällig - den Asteroiden "2018 CB". 

Am Freitagabend (09.02.2018) passierte er um 23:30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) in einer Entfernung von rund 64.000 Kilometern die Erde. Das ist fünfmal näher als der Mond. "Diese kleinen Objekte erkennt man erst dann, wenn sie der Erde schon relativ nahe gekommen sind", erklärt der Astronom Dr. Manfred Gaida vom Deutschen Luft und Raumfahrtzentrum (DLR) in Bonn. Mit einem Durchmesser von 20 bis 40 Metern zählt der neuentdeckte Asteroid eher zu den Winzlingen am Himmel. 

Dr. Manfred Gaida (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR))

Dr. Manfred Gaida

Auf die Richtung kommt es an

Wie sicher und frühzeitig Astronomen solche erdnahen Objekte ("near earth objects", NEO) am Himmel entdecken, hängt jedoch nicht nur von ihrer Größe ab. Auch die Richtung aus der sie kommen, spielt eine entscheidende Rolle. Kommen die felsige Brocken aus der entgegengesetzten Richtung zur Sonne, reflektieren sie deren Strahlen und werden meist eher entdeckt, als wenn sie direkt aus Sonnenrichtung kommen. 

"Aus menschlicher Sicht braucht man etwas Glück, solche kleinen erdnahen Objekte zu entdecken", sagt Gaida. "Doch aus Sicht der jeweiligen bahngeometrischen Verhältnisse ist es selbstverständlich, dass einige davon unserer Erde ab und an auch mal sehr nahe kommen können." Der Asteroid "2018 CB" gehört zu den sogenannten Apollo-Asteroiden. Diese Gruppe von Himmelskörpern kreuzt die Erdbahn an zwei Punkten. Dass der Zufallsfund der Erde nun so nahe kommt, ist zwar eine statistische Besonderheit, eine Gefahr stellt der Asteroid jedoch nicht dar.

Bereits frühzeitig funktioniert hat das "Radarsystem" der Astronomen bei der Vorhersage des Asteroiden Apophis. Dieser wird den Berechnungen nach am 13. April 2029 über den Ring der geostationären Satelliten hinweg an der Erde vorbeifliegen. Und kommt unserem Planeten damit deutlich näher als der aktuelle Überraschungsfund aus Arizona.

Er ist außerdem mit einem Durchmesser von 300 Metern gut hundertmal so groß wie "2018 CB". Für Beobachter wird er sogar schon mit einem Feldstecher als kleiner Punkt am Himmel sichtbar sein.

Wieviel Vorwarnzeit bleibt?

 "Wirklich interessant ist es, die Objekte zu finden, die wenn sie mal auf die Erde schlagen, katastrophale Folgen haben", sagt Gaida. Doch keine Panik! Entdecken Forscher solche gefährlichen Asteroiden, kann es noch zehn bis fünfzehn Jahre dauern, bis sie an der Erde angekommen sind.

Der Astronom Detlef Koschny von der Europäischen Weltraumorganisation ESA ist sich sicher, dass da genug Zeit bleibt, um die gefährlichen Objekte abzuwehren. Dabei müsste man nur eine größere Masse auf den Asteroiden einschlagen lassen, so dass er minimal aus der Bahn gelenkt werden würde. Die Zeit, die er noch zu fliegen hätte, würde ausreichen, damit er die Erde verfehlt. 

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema