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Undercover-Bilder

Unerwünschte Fotos aus dem Oval Office

Der Fotograf, der das Treffen mit dem russischen Außenminister Lawrow im Oval Office ablichtete, arbeitet für eine russische Nachrichtenagentur. Das Weiße Haus war offenbar ahnungslos.

USA Sergej Lawrow & Donald Trump & Sergej Kislyak (picture-alliance/Tass/Alexander Shcherbak)

Ein Bild aus dem Zentrum der Macht

Das Weiße Haus sieht sich von Moskau ausgetrickst - wegen der nach seiner Darstellung ungenehmigten Verbreitung von Fotos aus dem Oval Office durch russische Medien. Die Bilder zeigen US-Präsident Donald Trump mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und dem russischen Botschafter Sergej Kisljak. US-Medien waren zu dem Treffen am Mittwoch nicht zugelassen.

Fotos aus Moskau für die Welt

Aufgebracht über die öffentliche Verbreitung der Fotos sind Vertreter des Weißen Hauses deshalb, weil nach ihren Angaben mit der russischen Seite abgesprochen gewesen sein soll, dass nur offizielle Fotografen zugegen sein sollen, also keine Vertreter der Medien. Nach Angaben von zwei US-Regierungsmitarbeitern war das Weiße Haus deshalb davon ausgegangen, dass die Fotos nur für die Archive und nicht für die Publikation bestimmt gewesen seien. Tatsächlich handelte es sich bei dem anwesenden russischen Fotografen um einen Mitarbeiter der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Die von ihr veröffentlichten Fotos gingen um die Welt.

Video ansehen 03:14

Trump feuert FBI-Chef Comey

Pikante Hintergründe

Der Vorfall ist vor dem Hintergrund der Affäre um möglicherweise illegale Kontakte des Trump-Teams nach Moskau für die US-Regierung besonders unangenehm. Einer davon betrifft auch den russischen Botschafter Kisljak, der im vergangenen Jahr wiederholt im Kontakt mit Trumps früherem Nationalem Sicherheitsberater Michael Flynn stand. Dieser hatte bei den Senatsanhörungen darüber die Unwahrheit gesagt und musste nach nur dreieinhalb Amtswochen zurücktreten.

Zudem hatte Trump kurz vor dem "Fotoshooting" im Weißen Haus FBI-Chef James Comey entlassen, der wegen möglicher Beeinflussung Moskaus auf die US-Präsidentschaftswahlen im vergangenen Herbst ermittelt.

Berechtigte Abhörsorgen?

Sicherheitsbedenken wies das Weiße Haus nach der Veröffentlichung der Fotos zurück. Lawrows Begleiter hätten das typische Sicherheitsprozedere für Besucher durchlaufen. Zudem sei das Weiße Haus routinemäßig nach Abhörgeräten durchsucht worden. Sicherheitsexperten meldeten dennoch Zweifel an - so auch Colin Kahl, der Nationale Sicherheitsberater des früheren Vizepräsidenten Joe Biden.

Es wäre nicht das erste Mal, dass russische Abhöranlagen in sensiblen US-Gebäuden platziert wurden. Während der Amtszeit von Präsident Bill Clinton wurden Mikrofone in einem Konferenzraum des Außenministeriums entdeckt, in dem die Ministerin Madeleine Albright regelmäßige Meetings anhielt.

Immer das letzte Wort

Trump reagierte auf seine Weise auf die Veröffentlichung der russischen Fotos. Im Kurzbotschaftendienst Twitter veröffentlichte er zwei Fotos, die ihn im Oval Office zeigen - einmal mit Lawrow und einmal mit dessen ukrainischem Kollegen Pawlow Klimkin. In der Mitteilung präsentiert sich Trump als Friedensstifter im Ukraine-Konflikt.

fab/se (afp, APE) 

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