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Aktuell Deutschland

Und wieder fällt die Mauer

Die heftigen Demonstrationen der vergangenen Wochen haben nichts gebracht: Ein Investor hat ein Teilstück der Berliner Mauer, die weltbekannte East Side Gallery, entfernen lassen. Er will dort ein Hochhaus bauen.

Um fünf Uhr morgens begannen die Bauarbeiten. Inzwischen sind vier Bausegmente der East Side Gallery nicht mehr da. Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, sind die Arbeiten abgeschlossen. Die etwa fünf bis sechs Meter breite Öffnung werde jetzt durch ein Tor geschlossen.

Die East Side Gallery ist mit 1,3 Kilometern der längste erhaltene Abschnitt der Berliner Mauer. Gegen den geplanten Teilabriss hatten etwa 6000 Bürger sei Anfang März protestiert. Zunächst schienen die Demonstrationen Erfolg zu haben: Der Investor Maik Uwe Hinkel, der an der Stelle ein Hochhaus bauen möchte, hatte die Arbeiten in der vergangenen Woche gestoppt. Er schien zu einem Tausch des Grundstücks bereit. Doch vertrauliche Gespräche zwischen den Beteiligten, darunter auch Berlins Regierender Oberbürgermeister Klaus Wowereit (SPD), blieben ohne Ergebnis.

Weitere Proteste erwartet

Die Polizei war bei den Abrissarbeiten mit etwa 250 Beamten im Einsatz. Die Beamten rechnen mit erneuten Protesten. Der Initiator der Initiative "Mediaspree versenken", Robert Muschinski, will nun weitere Gegner des Bauprojektes mobilisieren. Anfang März hatte ein Bagger bereits ein erstes Teilstück der East Side Gallery herausgerissen.

Polizisten vor der neuen Öffnung der East Side Gallery (Foto: Reuters)

Die Polizei rechnet mit weiteren Protesten

An den bisherigen Demonstrationen hatte sich auch der Schauspieler und Sänger David Hasselhoff beteiligt. Er sang sein Lied "Looking for Freedom", das er 1989 an der Mauer performt hatte und mit dem er wochenlang in den deutschen Hitlisten war.

Weltberühmtes Stück Mauer

Ursprünglich sollten 22 Meter des Mauerstücks abgetragen werden, damit ein Zugang zu dem dahinter geplanten Wohnhaus geschaffen werden kann. Die East Side Gallery ist weltweit bekannt und zieht jedes Jahr hunderttausende Touristen an.

Seit 1990 bemalen Künstler den berühmten Mauerabschnitt mit großformatigen Wandbildern. An mehreren Stellen gibt es bereits Öffnungen, die einen Zugang zur Spree ermöglichen.

nem/sti (afp, dpa, afpd)