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Sprachbar

Und ewig lockt das Weib

Es verzückt, es lockt, es ist geschwätzig, zieht Helden an und sorgt für Geschichten: das Weib. Zumindest sprachlich. Aber was ist das Weib schlechthin? Die Antwort bleibt ein Geheimnis – wie das neutrale Genus.

Audio anhören 05:20

Und ewig lockt das Weib – die Folge als MP3

Rund 41 Millionen von ihnen leben in Deutschland, ihre durchschnittliche Lebenserwartung beträgt derzeit statistisch gesehen 83,2 Jahre, und im Durchschnitt sind sie etwa 31 Jahre alt, wenn sie heiraten. Die Rede ist vom weiblichen Teil der Bevölkerung – präziser vom Weib an sich und im Besonderen.

Weib – ein Neutrum?

Weiberfastnacht: zwei verkleidete Frauen lächeln in die Kamera

Die Weiber sind los an Weiberfastnacht!

Als Synonym für „Frau“ gehört der Begriff „Weib“ sicher zu den aussterbenden Wörtern. Überleben wird er aber dennoch – zumindest in zusammengesetzten Wörtern und Redewendungen. Denn wie sollte einer der höchsten karnevalistischen Feiertage im Rheinland anders heißen als Weiberfastnacht? Überdies hätten so sinnträchtige Zitate wie die vom „Ewig Weiblichen“, das uns anzieht, dem legendären Dreiklang „Wein, Weib und Gesang“ und dem „süßen Weib“ kaum einen Sinn mehr.

Eine der ungezählten Merkwürdigkeiten der deutschen Sprache ist allerdings, dass es das Weib heißt. Zum Glück ist aber nur das sogenannte grammatische Geschlecht des Weibes Neutrum. Die Welt sähe sonst nicht nur für Männer trübe aus. Denn weibliche Reize verdrehen manchem den Kopf, Weiblichkeit lässt manchen sofort an die Redewendung denken: „Und ewig lockt das Weib“ – übrigens der Titel eines französischen Films aus den 1950er Jahren. Die weibliche Hauptrolle spielte das Sexsymbol der damaligen Zeit: Brigitte Bardot.

Vom Evakostüm zum „verhüllten“ Weib

Gemälde von Adam (links) und Eva (rechts), bekleidet mit einem Feigenblatt

Weibliche Reize und Verlockungen ...

In der Tat stimmt die Redewendung. Denn musste nicht schon Adam, der biblische „Ur-Mann“, diese Erfahrung machen? Lediglich ein Feigenblatt als eine Art Accessoire zierte Evas weibliches „Kostüm“. Wir wissen wie die Geschichte weitergeht … Danach zeigte sich das Weib eher verhüllt. Und das entspricht ihm auch – zumindest was seine sprachliche Herkunft betrifft.

Im Anfang war das Wort, dann das Weib und schließlich irgendwo im heutigen Deutschland das Wort „Weib“. Jenes ging auf dunkle altnordisch-germanische Stämme zurück, die „wib“ oder „weiba“ lauteten. Das ist für sich genommen ziemlich uninteressant, wäre da nicht eine vermutlich gemeinsame Bedeutung, nämlich die von „verhüllt“, „umhüllen“, „umwickeln“.

Weiberhelden und ihre Weibergeschichten

Symbolbild Weiberheld: Ein attraktiver Mann mit nacktem Oberkörper. Zwei Frauen stehen links und rechts von ihm und haben ihre Hände auf seinen Oberkörper gelegt.

Ein Weiberheld oder nur ein tolles Mannsbild?

Im Laufe des 19. Jahrhunderts vollzog sich ein ziemlich radikaler Bedeutungswandel des Wortes, das als Synonym für Ehefrau, Gemahlin, später dann für eine einfache Frau niederen Ranges verwendet wurde. „Weib“ wurde zum abfälligen Begriff – auch in zusammengesetzten Wörtern.

Angelegenheiten, die eigentlich ziemlich uninteressant sind und über die nur Frauen sprechen, sind Weibergeschwätz. Den Neid manches Geschlechtsgenossen wecken Weiberhelden, die es schaffen, attraktive Frauen um den Finger zu wickeln und von möglichst vielen Weibergeschichten berichten zu können. Nur Weiberfeinde dürften diese Geschichten nicht interessieren, denn die mögen weder „Weiber“ noch „Frauen“!

Was für ein Weibsbild!

Die Mona Lisa von Leonardo da Vinci im Pariser Louvre, ein Ausschnitt

Eines der berühmtesten „Weibsbilder“

Und da ist es nicht wichtig, ob es sich um Prachtweiber, Superweiber oder sogar Mordsweiber handelt, die ihre Weiblichkeit gern zeigen, die – zusammengefasst – einfach tolle Weibsbilder sind. Da haben wir’s: Das Bild vom Weibe, das Weibsbild.

Tatsächlich wurde in früheren Zeiten oft „Bild“ mit „Weib“ gleichgesetzt. Es soll also niemand sagen, „Weibsbild“ sei ein abwertender Begriff! Er kann es sein. Aber alles hat bekanntlich mindestens zwei Seiten – wie beim „Mannsbild“.

Was ist ein Weib denn nun?

Egal, ob positiv oder negativ besetzt. Offen bleibt die Antwort auf die Frage: Was ist das Weib schlechthin? Das lässt sich – wenn überhaupt – nur stichwortartig behandeln. Die Liste dürfte sehr lang werden. Einen Anfang mag der Sänger Rolf Zuckowski machen: „Frau, Weib, Lady, und manchmal auch mein Engel …“



Arbeitsauftrag
Der Sänger Rolf Zuckowski hat in seinem Song „Frau, Weib, Lady“ eine Art Liebeserklärung verfasst. Den vollständigen Text findet ihr hier: http://bit.ly/1B5O0AB. Schreibt ein ähnliches Gedicht, in dem ihr die Stichwortliste mit weiteren charakteristischen Begriffen ergänzt.

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