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Wirtschaft

UNCTAD-Studie:Trotz der Krise wird die Internetwirtschaft weiter kräftig wachsen

Eine am Dienstag in Berlin vorgestellte Studie der UNCTAD kommt zu dem Ergebnis, daß trotz der zur Zeit herrschenden Flaute in der Weltwirtschaft die Internet-Nutzung weiter zunehmen wird

Immer mehr Verbraucher in Deutschland kaufen Bücher, Wein, Bekleidung, Musik-CDs und Videos übers Internet. Innerhalb der letzten zwölf Monate ist die Zahl der Internet-Käufer hier zu Lande um 40 Prozent gestiegen. Von den insgesamt 24 Millionen Internet- Nutzern in Deutschland shoppen 14 Millionen regelmäßig oder gelegentlich online. Die weitaus meisten sind mit dieser Art von Einkauf zufrieden. Der Großteil der Nutzer kauft laut einer Marktstudie der Deutschen Post regelmäßig in mehreren Online-Shops ein. Dabei steht die Bequemlichkeit mit der schnellen Bestellung und Lieferung an die Haustür im Vordergrund. Aber auch Schnäppchenjäger suchen im Internet nach günstigen Angeboten und nutzen dazu Suchmaschinen, Preisfinder und Auktionen. Deutschland liegt damit voll im Trend.

Eine am Dienstag in Berlin vorgestellte Studie der Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD) kommt zu dem Ergebnis, daß trotz der zur Zeit herrschenden Flaute in der Weltwirtschaft die Internet-Nutzung weiter zunehmen und die Informationstechnologie weiter die Weltkonjunktur ankurbeln wird.

Das neue wirtschaftliche Paradigma, wonach die Kommunikations- und Informationstechnologien immer größere, inflationsfreie Wachstumsraten liefern, schien eines der ersten Opfer des Zusammenbruchs der dot.com-Wirtschaft zu sein, heißt es in dem UNCTAD-Bericht. Aber auch in der Krise wächst der E-Commerce. Der Bericht, der neue Trends beobachtet und die Auswirkungen von E-Commerce auf die globale Wirtschaft und auf einzelne Branchen wie Handel, Tourismus und Finanzdienstleistungen untersucht, warnt aber auch vor den negativen Folgen, sollten Entwicklungsländer technologisch noch weiter hinter den Industriestaaten zurückbleiben. Insgesamt ist der Ausblick der UNCTAD für die Internet-Wirtschaft allerdings positiv.

So erklärt die Mitautorin des Berichts, Susanne Teltscher: "Wir meinen, dass der elektronische Handel weiterhin sehr schnell wachsen wird und nur unwesentlich von der momentanen wirtschaftlichen Situation beeinflußt ist. Wir rechnen damit, dass der Anstieg der Ausgaben im Informationstechnologiebereich über die nächsten zwei Jahre wieder auf acht bis zehn Prozent pro Jahr steigen wird. Wir schätzen, dass sich die Zahl der Internet-Nutzer weltweit bis Ende 2004 auf eine Milliarde verdoppeln wird. Und wir schätzen, dass die Ausgaben im business-to-consumer-Bereich um 36 Prozent im nächsten Jahr steigen wird."

Während der E-Commerce eindeutig positive Auswirkungen auf den Geschäftssektor hat, werden mit Blick auf seine
volkswirtschaftlichen Auswirkungen, speziell auf das Wachstum der Produktivität, Zweifel geäußert. In früheren technologischen Revolutionen hat das Produktivitätswachstum langfristig zu einer Verbesserung des Lebensstandards der breiten Masse der Bevölkerung beigetragen. Das kann auch künftig der Fall sein. Es ist aber auch vorstellbar, daß die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien die Gesellschaften spalten. Dann hätten nur die Nutzer von PC und Internet den Vorteil. Diese Spaltung kann innerhalb von Gesellschaften oder auch zwischen Ländern stattfinden. Die UNCTAD befürchtet, daß viele Entwicklungsländer, vor allem die ärmsten Länder der Welt und davon die meisten in Afrika, den Anschluß an die Entwicklung in den Industriestaaten verlieren.

Die meisten asiatischen Länder haben dagegen gute Chancen, den Anschluß an die Entwicklung in den Industriestaaten zu halten. Dies gilt besonders für China, nachdem das bevölkerungsreichste Land der Welt in der vorigen Woche der Welthandelsorganisation WTO beigetreten ist. Susanne Teltscher erklärt: "Das heißt: China wird in den nächsten Jahren zunehmend seine Märkte unter anderem für Telekommunikation und Finanzdienstleistungen öffnen, was sich natürlich positiv auf die weitere Entwicklung des elektronischen Handels in China auswirken wird."

  • Datum 20.11.2001
  • Autorin/Autor Karl Zawadzky, Berlin
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1OQ0
  • Datum 20.11.2001
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