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Asien

"Unberührbare" erklimmen Indiens Staatsspitze

Das künftige Staatsoberhaupt von Indien kommt im Kastensystem von ganz unten - das steht schon vor der Wahl an diesem Montag fest. Denn sowohl der Kandidat der Regierungspartei als auch seine Konkurrentin sind "Dalits".

Ram Nath Kovind (Reuters/A. Dave)

Der Favorit: Ram Nath Kovind

Wer in Indien die Nachfolge des seit 2012 amtierenden Präsidenten Pranab Mukherjee antreten wird, entscheiden die knapp 5000 Abgeordneten der Parlamente des Landes und der Bundesstaaten. Gewählt wird an diesem Montag, am Donnerstag soll das Ergebnis vorliegen.

Kovind gegen Kumar

Beide Kandidaten stammen aus der untersten Schicht des hierarchischen Kastenwesens, deren Angehörige als "Unberührbare" galten und heute Dalits genannt werden. Die Bharatiya Janata Partei (BJP) von Premierminister Narendra Modi schickt den bisherigen Gouverneur des Bundesstaates Bihar, Ram Nath Kovind, ins Rennen. Der 71-Jährige hat beste Chancen auf einen Sieg, da die BJP im Wahlkollegium über eine robuste Mehrheit verfügt. Kovind soll der Regierungspartei offensichtlich dabei helfen, ihr Image als Vertreterin der höheren Kasten abzustreifen.

Die Opposition um die Kongress-Partei hat eine Gegenkandidatin, ebenfalls Dalit, nominiert: die frühere Diplomatin und erste weibliche Parlamentspräsidentin des Landes, Meira Kumar (72).

Meira Kumar (Picture alliance/NurPhoto/D. Chakraborty)

Die Gegenkandidatin: Meira Kumar

Das indische Präsidentenamt ist kaum mit echtem politischen Einfluss ausgestattet, sondern ein vor allem repräsentativer Posten. Die eigentliche Macht liegt beim Premierminister.

In der Geschichte Indiens hat mit K. R. Narayanan erst einmal - und zwar zwischen 1997 und 2002 - ein Dalit das höchste Amt des Staates bekleidet. Dalits machen gut 16 Prozent der indischen Bevölkerung aus. Die "Unberührbaren" werden nach hinduistischem Glauben als "unrein" angesehen.

wa/ust (epd, dpa)