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Politik

Unabhängige Helfer wollen mehr Gehör

Mehr als 1200 Nicht-Regierungs-Organisationen treffen sich derzeit in New York zu Beratungen vor dem UNO-Millenniumsgipfel Mitte September. Sie verlangen keine Macht - aber mehr Mitsprache.

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NGO-Konferenz in New York: Hilfe und Beratung sollen Hand in Hand gehen

Nicht nur für die mehr als 2000 NGO-Vertreter, die nach New York gekommen sind, sondern auch für die Vereinten Nationen ist klar, dass Nicht-Regierungs-Organisationen in Zukunft eine größere Rolle spielen müssen. Die zivilgesellschaftlichen Initiativen und die teilweise heute schon international tätigen NGOs sind unverzichtbar, wenn die Millenniumsziele, die vom 14. bis 16. September 2005 auf der UN-Vollversammlung auf der Tagesordnung stehen, tatsächlich bis zum Jahr 2015 umgesetzt werden sollen.

Nicht nur helfen - auch beraten

Kinder des Tsunami

Auch den Opfern des Tsunami in Asien haben Nicht-Regierungs-Organisationen geholfen.

"Das Hauptanliegen der Konferenz ist, allen zu sagen: Wir sind hier", erklärt Joseph Donnelly. Er ist bei der UNO Vertreter der Hilfsorganisation Caritas Internationalis, einem Dachverband von 162 katholischen Hilfsorganisationen, die weltweit tätig sind. Seine Botschaft: "Ihr habt uns vertraut, wenn wir helfen konnten, aber ihr habt nicht immer unsere Meinung hören wollen." Die Organisationen würden Netzwerke bilden, um auf globaler Ebene besser zusammenarbeiten zu können.

Donnelly ist außerdem Vorsitzender der NGO-Konferenz, die unter dem Motto "Unsere Herausforderung: Stimmen für Frieden, Partnerschaft und Erneuerung" stattfindet. Es ist das erste Mal in der 58-jährigen Geschichte der NGO-Konferenz, dass Parlamentsvertreter und Vertreter der UN-Mitgliedsstaaten an der NGO-Konferenz teilnehmen, und damit auch die Möglichkeit haben, die Erfahrungen von der Konferenz direkt in die Vollversammlung mit einzubringen.

Mehr Hilfe von Politikern und Medien

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Einer der deutschen Teilnehmer, Peter Hesse von der Peter-Hesse-Stiftung und Sprecher für die Initiative "Global Marshall Plan", begrüßt die neue Initiative. "Von der NGO-Konferenz erwarte ich, dass das Bewusstsein, dass die eine Welt in Balance kommen muss, besser und stärker transportiert wird." Medien und Politiker sollten diese Idee weltweit verbreiten. Hesse findet: "Das lässt sich alles nicht mehr nur regional oder national lösen. Wir brauchen ein internationales, übergeordnetes Engagement der Politiker."

Mit der NGO-Konferenz 2005 sieht Peter Hesse auch eine Aufwertung der Arbeit, die die Nicht-Regierungs-Organisationen weltweit leisten: "Wir NGOs wollen ja keine Macht, wir wollen aber mehr direkte Mitsprache. Nicht etwa als Ersatz für die gewählten Vertreter, sondern ergänzend."

Vernetzung ohne Konkurrenz

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Die Konferenz bietet vor allem auch den einzelnen NGOs und Initiativen eine Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen. Es finden nicht nur organisierte Workshops, Diskussionsrunden und Themenbesprechungen statt, sondern auch zahlreiche informelle Treffen, wo Kontakte geknüpft oder Kooperationen besprochen werden.

Letztlich, so auch die Hoffnung der Veranstalter, wird die Konferenz zu einer besseren Vernetzung in der täglichen Arbeit der NGOs führen. "Wir haben insgesamt fast 3000 NGOs", sagt Donnelly. "Und die große Frage ist natürlich: Wie können wir sie am besten einsetzen, ohne dass daraus ein Konkurrenz-Kampf zwischen den NGOs entsteht? Und was können wir von der UNO tun, um sie darin zu schulen?"

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