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Aktuell Asien

UN: Zahl getöteter Zivilisten in Afghanistan erreicht neuen Höchststand

Immer wieder wird die Bevölkerung am Hindukusch durch Bomben terrorisiert. Gleich mehrere Gruppen verüben Anschläge in Afghanistan. Unter den Opfern sind auch zahlreiche Kinder - für die UN ist das "beschämend".

Beerdigung nach den verheerenden Anschlägen in Kabul am Samstag (Foto: DW/H. Sirat)

Beerdigung nach den verheerenden Anschlägen in Kabul am Samstag

Die Zahl der getöteten oder verletzten Zivilisten in Afghanistan hat im ersten Halbjahr 2016 einen neuen Höchststand erreicht. Von Januar bis Juni habe es insgesamt 1601 getötete und 3565 verletzten Zivilisten gegeben, erklärte die UN-Mission in Afghanistan (UNAMA). Das waren vier Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und die höchste Zahl ziviler Opfer seit 2009, als die UN ihren ersten Bericht zur Lage der afghanischen Zivilisten veröffentlicht hatten.

Unter den zivilen Opfer waren im ersten Halbjahr 2016 auch 1509 Kinder - eine Zahl, die die UN als "alarmierend und beschämend" bezeichneten. UNAMA-Chef Tadamichi Yamamoto forderte alle Konfliktparteien auf, spürbare Maßnahmen zu ergreifen, um das Leid der Zivilbevölkerung zu verringern.

Terror der Taliban und des "Islamischen Staates"

Die internationalen Truppen hatten Ende 2014 ihren Kampfeinsatz in Afghanistan beendet und die Verantwortung für die Sicherheit den Afghanen übergeben. In der Zeit danach verstärkten die radikalislamischen Taliban ihre Aktivitäten.

Am Samstag waren bei dem blutigsten Attentat in der Hauptstadt Kabul seit dem Ende der Taliban-Herrschaft 2001 mindestens 80 Menschen getötet und mehr als 230 weitere verletzt worden. Zu dem Anschlag auf eine Demonstration von Angehörigen der schiitischen Minderheit der Hasara bekannte sich die sunnitische Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS).

jj/sti (dpa, afp)