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Welt

UN wollen Kampf gegen AIDS verstärken

Große Ziele hat die UN-Aids-Konferenz in New York gesetzt: Alle Aids-Kranken in Entwicklungsländern sollen bis 2015 lebensverlängernde Medikamente erhalten. Babys mit Aids soll es dann überhaupt nicht mehr geben.

Aids-Schleife auf Banknoten (Archivfoto: dpa)

Die Finanzierung der UN-Vorhaben in Sachen Aids-Bekämpfung ist noch unklar

Mit hohen Ansprüchen hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Aids-Konferenz der Vereinten Nationen in New York eröffnet: In zehn Jahren solle die Immunschwächekrankheit ausgelöscht sein, forderte Ban in seiner Eröffnungsrede und kündigte an: "Null neue Infektionen, Null Diskriminierung von Aids-Kranken und Null Aids-Tote."

Bill Clinton neben Ban Ki Moon (Foto: ap)

Unter den Teilnehmern der Konferenz war neben Ban Ki Moon (r.) auch der frühere US-Präsident Clinton

Mit ähnlich anspruchsvollen Zielen ging die dreitägige Konferenz am Freitag (10.06.2011) auch zu Ende. Die Teilnehmerstaaten beschlossen einen "Globalen Plan", mit dem die Zahlen der Infektionen, Erkrankungen und Todesfälle in den nächsten Jahren zwar nicht auf Null, aber doch immerhin sehr drastisch reduziert werden sollen. So soll bis zum Jahr 2015 die Zahl der Aids-Patienten, die eine Behandlung mit lebensverlängernden Medikamenten erhalten, mehr als verdoppelt werden. Mediziner bezeichnen diese Art der Behandlung als antiretrovirale Therapie. Derzeit werden etwa 6,6 Millionen Menschen auf diese Weise behandelt. Im Jahr 2015 sollen diese Mittel an etwa 15 Millionen Patienten abgegeben werden.

Hilfe für Neugeborene

Die Vereinten Nationen wollen außerdem gewährleisten, dass von 2015 an kein Baby mehr mit HIV geboren wird. Nach Einschätzung von Vertretern des UN-Aidsprogramms UNAIDS kann dieses Ziel durch vermehrte Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten erreicht werden. Wenn eine HIV-positive Frau während der Schwangerschaft und Geburt diese Medizin erhalte, sinke das Infektionsrisiko für ihr Baby auf unter fünf Prozent. 2009 wurden nach UN-Angaben 370.000 Jungen und Mädchen mit HIV geboren, die meisten in Afrika südlich der Sahara.

Baby trinkt aus Mutterbrust (Archivfoto: Lisa Schlein)

2009 wurden nach UN-Angaben 370.000 Jungen und Mädchen mit HIV geboren

Auf der Agenda des Treffens in New York stand auch, die Spendenbereitschaft neu zu beleben. UNAIDS geht davon aus, dass das jährliche Finanzvolumen für den Kampf gegen Aids von derzeit etwa 16 Milliarden auf 22 Milliarden Dollar gesteigert werden müsste, um alle gesteckten Ziele zu erreichen. Dass dieser Betrag in den nächsten Jahren erreicht wird, ist nicht absehbar. Im Gegenteil. In den Jahren 2009 und 2010 gingen die Ausgaben für die Aids-Bekämpfung nach Erkenntnissen der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" sogar zurück.

Kritik an unzureichender Finanzierung

Das "Aktionsbündnis gegen Aids" kritisierte, dass die Aids-Konferenz zwar große Pläne beschlossen, deren Finanzierung jedoch ungeklärt gelassen habe. "Auch nach 30 Jahren sind wir weit davon entfernt, Aids zu besiegen", bilanzierte Sprecher Joachim Rüppel im Namen von mehr als hundert deutschen Mitgliedsorganisationen des Aktionsbündnisses.

Die erworbene Immunschwäche wurde im Juni 1981 erstmals medizinisch als Krankheit diagnostiziert. Nach Schätzungen von UNAIDS leben etwa 33 Millionen Menschen mit HIV. Seit 1981 sind demnach 25 bis 33 Millionen Menschen infolge von Aids gestorben.

Autor: Martin Schrader (afp, dapd, dpa, epd)
Redaktion: Reinhard Kleber

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