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Wirtschaft

UN: Weltweit weniger Wachstum

Wegen der "stockenden" Weltkonjunktur in diesem Jahr haben die Vereinten Nationen ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum deutlich gesenkt. Doch es gab auch eine gute Nachricht.

Die Weltwirtschaft wird 2015 nur um 2,4 Prozent wachsen, das sind 0,4 Punkte weniger als noch im Mai vorhergesagt. Das geht aus der Konjunkturprognose "World Economic Situation and Prospects" hervor, wie die Vereinten Nationen (UN) am Donnerstag in New York bekanntgaben.

Für das nächste Jahr erwarten die Experten 2,9 und 2017 dann 3,2 Prozent. Vor einem halben Jahr waren sie noch von 3,1 Prozent für das nächste Jahr ausgegangen.

Als Gründe nennt der Bericht den Preisverfall bei Öl und anderen Rohstoffen. Der Ölpreis sei in den vergangenen eineinhalb Jahren um fast 60 Prozent gefallen, andere Rohstoffe gaben um 20 Prozent nach.

Schwächstes Jahr seit der Finanzkrise

In den Schwellenländern ist die Wirtschaft in diesem Jahr im Schnitt um 2,8 Prozent geschrumpft, die Entwicklungsländer verzeichneten ein Wachstum von 3,8 Prozent. Das sind die niedrigsten Werte seit der Finanzkrise 2008/2009.

"Angesichts des lang erwarteten Abschwungs in China und der schwachen Wirtschaftsleistung in anderen großen Schwellenländern, vor allem der Russischen Föderation und Brasilien", so der Bericht, "wird das globale Wachstum wieder mehr von den Entwicklungsländern getragen".

Russlands Wirtschaft ist den Angaben zufolge in diesem Jahr um 3,8 Prozent geschrumpft und wird auch im nächsten Jahr nicht wachsen. Für die übrigen früheren Sowjetrepubliken, mit Ausnahme der baltischen Staaten, berechneten die UN-Experten ein Minus von 3,0 Prozent. Auch Brasilien habe ein Minus von 2,8 Prozent hinnehmen müssen, im nächsten Jahr sollen es noch einmal 0,8 Prozent weniger sein.

Für die EU sagen die Forscher nach wie vor ein Plus von 1,9 Prozent für dieses Jahr voraus. Im nächsten Jahr sollen es dann um 2,0 Prozent sein, und ein Jahr darauf 2,2 Prozent. In Südost-Europa solle die Wirtschaft dann sogar um 3,0 Prozent wachsen.

Gute Nachricht für das Klima

Während die USA mit 2,4 Prozent und dann 2,6 und 2,8 Prozent in den beiden nächsten Jahren wachsen, bleibt Japan demnach das Sorgenkind unter den großen Industrienationen. Nur plus 0,5 Prozent sollen es in diesem Jahr sein und im nächsten Jahr dann zwar 1,3, im Jahr 2017 aber wieder nur 0,6 Prozent.

Eine gute Nachricht gab es in dem Bericht: Erstmals seit 20 Jahren haben die klimaschädlichen CO2-Emissionen im vergangenen Jahr nicht zugenommen, obwohl die Wirtschaft insgesamt gewachsen ist. Im Krisenjahr 2009 gab es zwar ebenfalls keinen CO2-Anstieg, damals ist die globale Wirtschaftsleistung jedoch geschrumpft.

Der vollständige Konjunkturbericht der UN wird im Januar 2016 veröffentlicht.

bea/uhe (dpa, reuters, ap, UN)