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Asien

UN warnen vor Hungerkatastrophe

Auch wenn die Wassermassen inzwischen vielerorts zurückgehen, für Millionen Betroffene der Jahrhundertflut in Pakistan wird die Lage immer dramatischer. Viele von ihnen könnten verhungern, befürchten die UN.

Flutopfer bei Essensausgabe (Foto: AP)

Warten auf Essen: Flutopfer

"Es gibt noch immer Millionen Menschen, die nur wenig oder überhaupt keine Hilfe erhalten haben", erklärte das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP). Zahlreiche Regionen seien weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten, da das Hochwasser Straßen und Brücken zerstört habe. "Die Vorräte der Menschen gehen zur Neige, aber wir sind nicht in der Lage, alle mit ausreichend Lebensmitteln zu versorgen", räumte ein UN-Sprecher ein.

"Unvermeidliche Wut"

Nach jüngsten Angaben der Vereinten Nationen sind in Pakistan insgesamt rund 17 Millionen Menschen von der Flut betroffen. Etwa 800.000 davon hätten bislang noch keinerlei Hilfe erhalten. Zunehmende Sorge bereitet den UN auch die Ausbreitung von Krankheiten. Etwa 1,5 Millionen Flutopfer müssten medizinisch versorgt werden, heißt es.

Der pakistanische Regierungschef Yousuf Raza Gilani hat für diesen Dienstag (24.08.2010) ein Treffen einberufen, auf dem Experten Maßnahmen zur Verbesserung der hygienischen Zustände im Katastrophengebiet erörtern sollen. Der in die Kritik geratene Staatspräsident Asif Ali Zardari verteidigte unterdessen das bisherige Krisenmanagement seiner Regierung. Diese habe alles ihr Mögliche getan, betonte Zardari. Die Wut der Bevölkerung auf ihn und seine Minister sei mit Blick auf das Ausmaß der Katastrophe dennoch unvermeidlich. Der Wiederaufbau Pakistans werde viele Jahre dauern. "Ich denke nicht, dass Pakistan sich vollständig erholen wird, aber es wird weitergehen", sagte der Präsident.

Zeltlager mit Flutopfern (Foto: AP)

Leben in Zeltlagern: Sechs Millionen Menschen in Pakistan wurden obdachlos

Nach Einschätzung von Helfern sind in Pakistan allein 30.000 Neugeborene vom Tod bedroht, wenn sie nicht rasch Hilfe bekommen. Es werde erwartet, dass in den kommenden Wochen 90.000 Kinder in den Überschwemmungsgebieten und Lagern zur Welt kämen, erläuterte der Beauftragte der Bundesregierung für humanitäre Hilfe, Markus Löning. Solange sauberes Trinkwasser, Lebensmittel und eine medizinische Versorgung fehlten, sei ein Drittel dieser Kinder akut gefährdet.

"Spenden kommen an"

Markus Löning (Foto: dpa)

Informierte sich vor Ort: Markus Löning

Löning, der in den vergangenen Tagen Pakistan besuchte, rief die Deutschen im Namen der Bundesregierung erneut zu Spenden auf. Zugleich wies er Bedenken wegen der Treffsicherheit von Spenden zurück. "Ich habe mich am Ort davon überzeugen können, dass die Hilfen Eins zu Eins bei den Opfern ankommen", sagte Löning. "Da wird sehr professionell gearbeitet, sowohl von den UN-Organisationen als auch von den Nichtregierungsorganisationen aus Deutschland."

Bundesaußenminister Guido Westerwelle kündigte an, sich für eine Öffnung der EU-Märkte für Produkte aus Pakistan einzusetzen. Dies müsse Teil der langfristigen Hilfe für das Land sein, erklärte Westerwelle. Auch er appellierte nochmals an die Spendenbereitschaft der Bundesbürger. "Es geht nicht um die Beurteilung der politischen Lage in dem Land, sondern um Mitmenschlichkeit."

Autor: Christian Walz (dpa, apn, rtr, afp)
Redaktion: Siegfried Scheithauer

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