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Aktuell Asien

UN verurteilen Taliban-Terror

Erst nach zehn Stunden heftiger Gefechte in Kabul konnten afghanische Sicherheitskräfte den Angriff eines Selbstmord-Kommandos der radikal-islamischen Taliban abwehren. Die blutige Bilanz: acht Tote.

Auch der fünfte und letzte Angreifer, der sich in einem zivilen Gebäude verschanzt hatte, sei getötet worden, teilte die Kabuler Polizei am Samstag mit. Insgesamt kamen nach offiziellen Angaben mindestens acht Menschen zu Tode - neben fünf Taliban-Rebellen zwei afghanische Zivilisten und ein Polizist. Etliche Menschen erlitten Verletzungen.

Am Freitag hatte sich zunächst ein Attentäter in einem Auto vor einer Behörde des Innenministeriums in die Luft gesprengt. Anschließend versuchten die Angreifer, ein angrenzendes Gebäude mit Büros der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zu stürmen. Als die nepalesischen Wachmänner das Feuer erwiderten, zogen sich die Taliban in ein benachbartes Haus zurück und eröffneten das Feuer, wie Augenzeugen berichteten. Norwegische Spezialkräfte seien ihren afghanischen Kollegen zu Hilfe gekommen, heißt es. Die stundenlangen Schusswechsel waren bis in die Nacht hinein in ganz Kabul zu hören.

CIA im Visier?

Ein Taliban-Sprecher sagte, der Angriff mehrerer "Mudschaheddin" sei "koordiniert" gewesen. Hauptziel war nach seinen Worten ein Gästehaus, das angeblich vom US-Geheimdienst CIA und vom afghanischen Geheimdienst NDS genutzt wird.

Der Leiter der UN-Mission in Afghanistan (UNAMA), Jan Kubis, verurteilte die Taliban-Attacke scharf. Die IOM arbeitet eng mit den Vereinten Nationen zusammen. Die Internationale Schutztruppe ISAF erklärte, der Angriff zeige, dass "der Feind" keinen Respekt vor menschlichem Leben habe.

Die Gewalt in Afghanistan hat in den vergangenen Wochen wieder deutlich zugenommen. Vor knapp einem Monat hatten die Aufständischen den Beginn ihrer Frühjahrsoffensive verkündet. Am Donnerstag vergangener Woche waren beim bisher schwersten Selbstmordanschlag in Kabul seit Jahresbeginn mindestens 16 Menschen getötet worden. Unter den Toten waren sechs Angehörige der ISAF.

wa/as (dpa, afp, rtr)

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