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Aktuell Nahost

UN verurteilen Anschläge im Libanon

Die internationale Gemeinschaft hat die Anschläge im Libanon scharf verurteilt. Der Konflikt im Nachbarland Syrien schürt dort Spannungen. Greift der Bürgerkrieg auf den Libanon über?

Mindestens 42 Tote, mehr als 500 Verletzte - es war einer der verheerendsten Terroranschläge seit Ende des Bürgerkrieges 1990 und bereits der zweite große, der den Libanon diesen Monat erschütterte. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, die USA und die Europäische Union haben den Bombenanschlag vor sunnitischen Moscheen in der nordlibanesischen Stadt Tripoli scharf verurteilt. "Terrorismus in all seinen Formen bleibt eine der größten Bedrohungen für Frieden und Sicherheit", sagte Argentiniens Botschafterin Maria Cristina Perceval, im August Präsidentin des UN-Sicherheitsrates.

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Tripoli: Tod in der Moschee

Die USA riefen die Konfliktparteien im Libanon zu Ruhe und Zurückhaltung auf. Sie sollten von Handlungen absehen, die zur einer weiteren Eskalation führen könnten, sagte die stellvertretende Sprecherin des US-Außenministeriums Marie Harf. Man unterstützte die libanesische Regierung bei ihren Bemühungen, die Stabilität und Sicherheit im Lande wiederherzustellen.

Die EU verlangte eine Untersuchung der Vorfälle. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton.

Instabile Lage im Libanon

Terroristen hatten am Freitag zwei Sprengsätze vor sunnitischen Moscheen gezündet. Die Bomben seien kurz hintereinander detoniert, als die Gläubigen nach dem Freitagsgebet auf die Straße traten, teilte die Polizei mit. Bereits vor zehn Tagen starben 24 Menschen bei der Explosion einer Autobombe in einer Hochburg der schiitischen Hisbollah-Bewegung in einem Vorort Beiruts.

Die Hisbollah hatte nach dem Anschlag Rache geschworen. Mit den Bombenanschlägen in Tripoli hat sie jedoch nach eigener Darstellung nichts zu tun. Die Hisbollah verurteilte die Gewalt dort. "Es gibt einen kriminellen Plan, mit dem Ziel, Unfrieden unter den Libanesen zu säen", hieß es in einer offiziellen Mitteilung. Radikale Sunnitenorganisationen schworen, ihre Gebiete fortan "mit eigenen Mitteln zu schützen".

Stellvertreter-Konflikt im Nachbarland

Der Bürgerkrieg im benachbarten Syrien hat die Spannungen zwischen den Parteien der Sunniten und der Hisbollah in den vergangenen Monaten verschärft. Die Hisbollah kämpft in Syrien auf der Seite des Assad-Regimes. Die meisten libanesischen Sunniten sympathisieren dagegen mit den Rebellen, die sie zum Teil auch mit Waffen und humanitärer Hilfe unterstützen.

Der Libanon stand zudem nach dem Bürgerkrieg Anfang der 1990er Jahre faktisch unter syrischer Oberherrschaft. Syrien hatte zahlreiche Truppen dort stationiert. Die Entwicklungen in Syrien schlugen immer wieder auf die libanesische Politik durch.

nis/nem (afp, dpa, ap)

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