1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Welt

UN verkünden Waffenruhe im Jemen

Noch immer gibt es im Jemen Gefechte von Schiiten und Sunniten. Der UN-Gesandte Benomar vermittelte eine Vereinbarung über eine Feuerpause, die unterschriftsreif sein soll. Ob die wohl halten wird?

Der "friedliche Wandel" im Jemen werde vorankommen, man bilde jetzt die Grundlage für eine "nationale Partnerschaft" und für "Stabilität": Der UN-Sondergesandte für den Jemen, Jamal Benomar (Bild Mitte), verstieg sich bei der Verkündung einer neuen Waffenruhe im Süden der Arabischen Halbinsel in höchste Töne. Nach den immer wieder aufgeflammten blutigen Auseinandersetzungen zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und sunnitischen regierungstreuen Truppen teilte Benomar mit, noch an diesem Sonntag werde ein entsprechendes Abkommen über ein Ende der Gewalt unterzeichnet.

Der UN-Gesandte erläuterte, der Einigung seien "intensive Beratungen mit allen politischen Parteien" vorausgegangen, darunter die Huthi oder Ansarullah genannten Rebellen. Präsident Abd Rabbu Mansur Hadi erklärte, er stehe zu den Friedensbemühungen Benomars.

Im Jemen demonstrieren Unterstützer der Schiiten (Foto: dpa)

Martialische Drohungen: Schiitische Huthi fühlen sich unterdrückt und benachteiligt

In dem Konflikt kämpft der Volksstamm des schiitischen Rebellenchefs Abdelmalek al-Huthi gegen sunnitische Milizionäre, die von Regierungstruppen unterstützt werden. Die Schiiten im Land kämpfen seit Jahren gegen die Regierung. In den vergangenen Tagen war der Konflikt noch einmal eskaliert: In der Hauptstadt Sanaa gab es viele Tote, darunter zahlreiche Zivilisten.

Noch am Vortag war das Gebäude des staatlichen Rundfunks in Sanaa zum wiederholten Mal beschossen und zwischenzeitlich von den Rebellen besetzt worden. Granaten schlugen auch in einem Krankenhaus ein. Auch in der Nacht kam es noch zu Gefechten. Huthi-Kämpfer eroberten am Sonntag offenbar ein Armeelager nördlich der Hauptstadt.

Am Donnerstag hatten andere Rebelleneinheiten bereits mit der Armee einen Waffenstillstand vereinbart, der aber nur für die Provinz Al-Dschauf im Nordosten von Sanaa gilt.

Der Staat am Golf von Aden befindet sich seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Ali Abdullah Saleh im Februar 2012 in einer langwierigen Phase des politischen Umbruchs. Schon unter Salehs Herrschaft hatten die Schiiten immer wieder über eine Benachteiligung ihrer Gemeinschaft geklagt.

SC/rb (afp, rtr, dpa)