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Mehr als 400.000 Vertriebene in der Stadt

UN verhandeln mit Moskau über Aleppo-Hilfe

Angesichts der immer aussichtsloseren Lage der Menschen im syrischen Aleppo sprechen die UN mit Russland über die Öffnung humanitärer Korridore. Das Assad-Regime schickt gleichzeitig Elitetruppen in die Stadt.

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Syrische Soldaten dringen nach Ost-Aleppo vor

Nach UN-Angaben hat Russland angeboten, vier Korridore für die notleidende Zivilbevölkerung in Aleppo zu öffnen. "So könnten wir mindestens 400 Verletzte herausbringen, sowie medizinische Versorgung und Lebensmittel hinein", sagte der UN-Nothilfekoordinator für Syrien, Jan Egeland, in Genf. Die Situation der eingeschlossenen Menschen in der früheren syrischen Handelsmetropole sei dramatisch, so Egeland. "Es gibt wohl nirgendwo auf der Welt schutzlosere Menschen als in Ost-Aleppo."  

Aleppo ist seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien vor mehr als fünf Jahren zwischen Aufständischen und Truppen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad geteilt.

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Lage in Aleppo - Bente Scheller von der Heinrich-Böll-Stiftung

 In den vergangenen Tagen mussten die Rebellen rund ein Drittel des von ihnen kontrollierten Gebietes im Osten Aleppo nach massiven Angriffen der Regierungsarmee aufgeben. Unterstützt werden die Assad-Truppen von russischen Bombenflugzeugen.

Zehntausende auf der Flucht

Zehntausende Menschen flohen daraufhin aus dem Rebellengebiet. Insgesamt gebe es inzwischen 400.000 Vertriebene in der Stadt, teilte UN-Experte Egeland mit. Etwa 200.000 Menschen befänden sich zudem immer noch in der Rebellenenklave. Die Lebensmittelreserven seien aufgebraucht. Im November seien die Hilfslieferungen fast komplett gescheitert. Nach Angaben Egelands haben nur acht Prozent der Eingeschlossenen Nahrung, Medikamente und Wasser erhalten.

"Die Verzweiflung war noch nie so groß. Die Menschen sind müde, unterernährt und ohne jede Hoffnung", betonte der UN-Nothilfekoordinator. Binnen einer Stunden könnten Nahrungsmittel für 150.000 Menschen nach Ost-Aleppo gebracht werden, wenn die Vereinten Nationen Sicherheitsgarantien erhielten.

Elitetruppen für Straßenkämpfe

Die syrischen Regierung schickte derweil hunderte Elitesoldaten nach Aleppo, um die restlichen Rebellengebiete im Osten der Großstadt einzunehmen, wie die Syrische Beobachtungstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien mitteilte. Die Spezialeinheiten der Republikanischen Garde und der 4. Armeedivision wurden demnach für die erwarteten Straßenkämpfe gegen die Rebellen abgestellt. Die Armee ziehe die Schlinge um die Rebellengebiete immer enger zusammen, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman.

Große Teile der Stadt sind zerstört (Reuters/A. Ismail)

Große Teile der Stadt sind zerstört

Bei den heftigen Kämpfen in Ost-Aleppo wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle seit dem 15. November mehr als 300 Zivilisten getötet, unter ihnen mindestens 33 Kinder. Durch Rebellen-Angriffe auf den von Regierungstruppen kontrollierten Westteil der Stadt wurden im gleichen Zeitraum rund 50 Zivilisten getötet.

wl/myk (dpa, afp, rtr, epd)

 

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