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Aktuell Nahost

UN und USA bedauern neue Gewalt im Gaza-Konflikt

Zwischen Israelis und Palästinensern ist die Diplomatie vorerst vorbei. Zusammenstöße werden nun auch aus dem Westjordanland gemeldet. Die USA, UN und Ägypten mahnen, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen.

Zusammenstöße zwischen wütenden Palästinensern und israelischen Soldaten bei Nablus im Westjordanland (rtr)

Zusammenstöße zwischen wütenden Palästinensern und israelischen Soldaten bei Nablus im Westjordanland

Nach dem Ende der dreitägigen Waffenruhe und dem Wiederaufflammen der Gewalt haben die Vereinten Nationen (UN) und die USA rasch weitere Verhandlungen über eine neue Feuerpause im palästinensischen Gazastreifen gefordert. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und US-Regierungssprecher Josh Earnest ermahnten Israelis sowie die radikalislamische Hamas und mit ihr verbündete Gruppierungen, auf Gewalt zu verzichten. Ähnliche Appelle waren zuvor aus Ägypten gekommen.

Israelische Kampfflugzeuge bombardierten am Samstag wieder mehr als 20 Ziele im Gazastreifen. Nach Angaben von Rettungskräften wurden mindestens fünf Palästinenser getötet. Aktivisten der radikalislamischen Hamas feuerten ihrerseits mehrere Raketen auf Israel ab.

Erstmals auch Unruhen im Westjordanland

Erstmals wurden am Freitag auch Zusammenstöße aus dem palästinensischen Westjordanland gemeldet. Palästinenser schleuderten aus Protest gegen die neuen Angriffe in Gaza Steine auf israelische Soldaten. Diese antworteten mit Gummigeschossen und schossen auch mit scharfer Munition. Zwei Palästinenser wurden getötet, mehr als 30 verletzt. Demonstrationen gab es bei Nablus, in Hebron und nahe der jüdischen Siedlung Psagot östlich von Ramallah.

Raketen auf Israel - Angriffe auf Gaza

Bereits vor Ablauf der 72-stündigen Waffenruhe am Freitagmorgen hatten militante Palästinenser damit begonnen, wieder Raketen auf Israel abzufeuern. Insgesamt wurden nach israelischen Militärangaben an dem Tag knapp 60 Raketen abgeschossen. Ein Zivilist und ein Soldat erlitten Verletzungen.

Nach Raketenangriffen bombardierten israelische Kampfjets Ziele in Gaza-Stadt (Foto: rtr)

Nach Raketenangriffen bombardierten israelische Kampfjets Ziele in Gaza-Stadt

Das israelische Militär reagierte mit massiven Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen. Fünf Palästinenser wurden nach Angaben des Gesundheitsamtes in Gaza getötet.

Außerdem brach Israel die in Kairo laufenden indirekten Gespräche über ein Ende des seit gut einem Monat tobenden Kriegs vorerst ab. Nach ägyptischer Darstellung sollen die Beratungen bis dahin gut vorangekommen sein. "Israel führt keine Verhandlungen unter Feuer", bekräftigte ein Regierungsbeamter.

Die Palästinenser fordern eine Aufhebung der jahrelangen Blockade des Gazastreifens und ein Ende der Einschränkung bei der Überweisung der von Israel für die Autonomiebehörde eingetriebenen Steuern. Außerdem sollen in israelischen Gefängnissen einsitzende Palästinenser freikommen. Israel verlangt als Bedingung für einen Wiederaufbau des zerstörten Palästinenser-Areals eine Entmilitarisierung des Gazastreifens und die Entwaffnung militanter Organisationen. Dies lehnt die Hamas ab.

se/qu (rtr, ape, afp, dpa)

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