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Politik

UN-Truppen im Visier

Zum ersten Mal seit dem Krieg im Libanon im vergangenen Jahr sind dort UN-Truppen angegriffen worden. Spanien beklagt sechs tote Soldaten und versichert zugleich, seinen Einsatz fortzusetzen.

UN-Soldaten tragen einen Kollegen (Quelle: AP)

Spanische UN-Truppen tragen eines der Opfer

Am Montag (25.6.) ist der spanische Verteidigungsminister José Antonio Alonso im Südlibanon eingetroffen. Der Politiker wollte in der Ortschaft Mardschajun an einer Trauerfeier für die sechs ums Leben gekommenen Soldaten des spanischen Kontingents der UN-Truppen für den Libanon (UNIFIL) teilnehmen. "Spanien unterstützt die UNIFIL-Mission der Vereinten Nationen und wird sie weiter unterstützen", hatte Alonso bereits am Sonntag versichert.

Die EU-Kommission verurteilte den Anschlag. "Die Verantwortlichen sollten rasch vor Gericht gestellt werden", sagte die EU-Kommissarin für Außenbeziehungen, Benita Ferrero-Waldner, am Montag in Brüssel.

Nach Angaben des spanischen Verteidigungsministeriums waren die Opfer junge Militärs im Alter zwischen 18 und 21 Jahren. Drei von ihnen waren gebürtige Kolumbianer, die die spanische Staatsbürgerschaft angenommen hatten. Spanien hat im Rahmen des UNIFIL-Einsatzes fast 1100 Soldaten im Südosten Libanons nahe der Grenze zu Israel stationiert.

Erster Angriff auf UNIFIL-Truppen

Mit dem Anschlag sind zum ersten Mal seit Ende des Krieges zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah-Miliz vor fast einem Jahr Blauhelm-Soldaten zum Angriffsziel geworden. Der Konvoi fuhr offenbar an einem ferngesteuerten Sprengsatz vorbei, als dieser detonierte, berichtet AFP. Israel und die libanesische Hisbollah hatten sich in dem Grenzgebiet im vergangenen Sommer einen knapp sechswöchigen Krieg geliefert. Die UNIFIL soll in der Region gemeinsam mit der libanesischen Armee den Waffenstillstand sichern.

US-Außenministerin Condoleezza Rice und der französische Außenminister Bernard Kouchner verurteilten in Paris das Attentat auf die spanischen UN-Soldaten. "Es ist wichtig, dass der Krieg beendet wird", sagte Rice am Sonntag in Paris. "Die politische Lage im Libanon ist schwierig, aber es gibt eine gewählte Regierung, und es sollte ihr ermöglicht werden, zu funktionieren", betonte sie. Auch Israels Außenministerin Zipi Liwni bedauerte das Blutvergießen in einem Telefonat mit ihrem spanischen Kollegen Miguel Angel Moratinos.

Hisbollah verurteilt Angriff

Der libanesische Präsident Emile Lahoud (Quelle: AP)

Der libanesische Präsident Lahoud verurteilt den Anschlag (Archivbild)

Die schiitische Hisbollah distanzierte sich in einer Erklärung von der "Aggression" gegen die UNIFIL-Soldaten. Der von Syrien unterstützte libanesische Präsident Emile Lahoud kritisierte den Anschlag als "Teil einer Kampagne zur Destabilisierung des Libanons". Zu dem Attentat bekannte sich niemand. Nach Angaben aus libanesischen Justizkreisen hatte die islamistische Fatah el Islam bereits Anfang Juni mit Anschlägen auf UNIFIL-Truppen gedroht.

In der nordlibanesischen Küstenstadt Tripoli nahmen Anhänger der Fatah el Islam in der Nacht zu Sonntag einen Geländewagen der Armee unter Beschuss, wie ein Militärsprecher sagte. Bei dem anschließenden Schusswechsel seien ein Soldat und sechs Islamisten ums Leben gekommen. Die Soldaten fanden in einem Wohnhaus im Viertel Abu Samra zudem die Leichen von einem Polizisten und zwei Zivilisten, darunter ein zehnjähriges Mädchen, berichtet AFP. In der Flüchtlingssiedlung Nahr el Bared, wo die Kämpfer der Fatah el Islam ihren Hauptstützpunkt haben, wurden drei Islamisten bei Kämpfen getötet. (rri)

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