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Amerika

UN trauern um Mitarbeiter in Haiti

Bewegende Trauerfeier in New York: Die Belegschaft der Vereinten Nationen gedenkt ihrer rund 550 beim Erdbeben in Haiti getöteten und vermissten Kollegen. In dem Karibikstaat herrschen weiter furchtbare Zustände.

Mehrere UN-Mitarbeiter mit Kerzen, UN-Flagge (Foto: AP)

Trauern um ihre Kollegen in Haiti: UN-Mitarbeiter in New York

Das katastrophale Erdbeben in Haiti mit möglicherweise bis zu 200.000 Todesopfern ist auch für die Arbeit der Vereinten Nationen ein Schlag von bisher nicht gekanntem Ausmaß. Nach dem Einsturz des Gebäudes der UN-Mission in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince wurden bisher etwa 50 Mitarbeiter tot aus den Trümmern geborgen. Weitere 500 werden noch vermisst. In einer bewegenden Trauerfeier am Dienstag (19.01.2010) hat die Belegschaft der Vereinten Nationen in New York ihrer gedacht.

Ban und Mitarbeiter mit Kerzen (Foto: AP)

Schweigeminute: UN-Generalsekretär Ban und Mitarbeiter

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verbeugte sich symbolisch vor den Opfern und Vermissten. Zu den Opfern gehört auch der Leiter der UN-Mission in Haiti (MINUSTAH), Hédi Annabi. Ban legte einen Kranz mit weißen Blumen in der Lobby der UN-Generalversammlung nieder. Hunderte Angestellte, darunter viele Haitianer, Diplomaten und Journalisten, versammelten sich zu einer Schweigeminute. Der UN-Chor sang ein Trauerlied. Anschließend wurden vor dem Gebäude zahlreiche Kerzen angezündet.

Weiter furchtbare Zustände

In der verwüsteten Hauptstadt Port-au-Prince und Umgebung herrschen derweil weiter furchtbare Zustände. Trotz der immer stärker wirksamen Hilfsmaßnahmen haben viele Menschen - wie an den Tagen zuvor - weder ausreichend Nahrung noch Trinkwasser. Auch viele Verletzte warten immer noch auf erste medizinische Hilfe. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation konnten aber schon 13 provisorische Krankenhäuser in der Region von Port-au-Prince ihre Arbeit aufnehmen.

Retter hockt vor geretteter Frau (Foto: AP)

Retter, Gerettete: Eine 69-jährige Frau überlebte eine Woche in den Trümmern

Deutschen und mexikanischen Rettungskräften gelang es, eine 69-jährige Frau lebend aus den Trümmern der zerstörten Kathedrale von Port-au-Prince zu ziehen. Die Einsatzkräfte hoffen, dort noch mehr Überlebende retten zu können. An anderer Stelle wurde eine 25-Jährige aus den Trümmern eines Supermarktes gerettet. Unklar ist, wie die Menschen eine Woche lang überleben konnten. Nach UN-Angaben konnten rund 90 Menschen lebend aus den Trümmern geholt werden. Im Einsatz sind 52 Rettungsteams mit über 1800 Helfern und 175 Hunden.

Nadelöhr Flughafen

Das Nadelöhr für die Versorgung der Menschen ist der internationale Flughafen von Haiti, der auf Wunsch der Regierung des Landes von US-Truppen kontrolliert wird. Immer wieder beschweren sich Hilfsorganisationen über nur schleppend erteilte Landerechte und Bevorzugung der Flüge des US-Militärs. Mit Hochdruck wird daran gearbeitet, einen weiteren Flughafen und einen Seehafen für Hilfslieferungen zugänglich zu machen.

Merkel (Foto:AP)

Kanzlerin Merkel fordert Solidarität mit den Menschen in Haiti (Archivbild)

Vereinzelt wurde wieder von Plünderungen und Schießereien berichtet. Um gewalttätige Ausschreitungen zu stoppen, werden weitere Sicherheitskräfte nach Haiti geholt. Die Vereinten Nationen stocken ihr Kontingent in dem Karibikstaat um 3500 Blauhelmsoldaten und Polizisten auf insgesamt mehr als 12.500 auf. Auch die USA wollen ihre Militärpräsenz auf 12.500 Soldaten erhöhen.

Die internationale Hilfsbereitschaft für die Menschen in Haiti ist ungebrochen. So stockt etwa die Bundesregierung ihre Hilfe für die Opfer des Erdbebens um 2,5 Millionen Euro auf. Auch soll es den Bürgern erleichtert werden, Spenden an anerkennte Hilfsorganisationen steuerlich abzusetzen. Das kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Spendengala von ZDF und "Bild"-Zeitung an. Allein bei dieser Veranstaltung wurden 17,9 Millionen Euro gesammelt.

Autor: Herbert Peckmann

Redaktion: Frank Wörner

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