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Aktuell Welt

UN: "Syrien foltert und ermordet Kinder"

Es sind schockierende Details: Die syrische Armee hat nach Angaben der Vereinten Nationen Kinder gefoltert, verstümmelt, vergewaltigt und bei Massakern ermordet. Deswegen setzen die UN Syrien auf die "Liste der Schande."

Ein UN-Bericht hat ein erschreckendes Bild auf die Lage der Kinder in Syrien geworfen. Erstmals haben die Vereinten Nationen das Land auf eine Liste mit Staaten gesetzt, in denen Kinder in bewaffneten Konflikten getötet, sexuell angegriffen und rekrutiert werden - einer "Liste der Schande".

Die syrische Armee setzte nach Angaben der Vereinten Nationen Kinder als menschliche Schutzschilde vor Panzern. Außerdem seien Minderjährige gefoltert, verstümmelt, vergewaltigt und bei Massakern ermordet worden, sagte die UN-Sonderberichterstatterin Radhika Coomaraswamy dem britischen Sender BBC am Dienstag. Aber auch Rebellen setzten Kinder an vorderster Front ein.

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UN: Syrische Armee missbraucht Kinder als Schutzschilde

"Extrem brutal"

"Wir waren echt sehr geschockt", sagte die UN-Sonderberichterstatterin zu Kindern in bewaffneten Konflikten. Ihr Team sei mit schrecklichen Berichten aus Syrien zurückgekehrt. In vielen Konflikten auf der Welt würden Kinder im Kreuzfeuer getötet, aber dass Kinder unter zehn Jahren in Gefangenschaft gefoltert würden, sei extrem brutal, sagte sie.

In ihrem jährlichen Bericht richtet die UN-Sonderberichterstatterin zu Kindern in bewaffneten Konflikten die schwersten Vorwürfe gegen die Armee von Präsident Baschar al-Assad. "In fast allen aufgeführten Fällen waren Kinder unter den Opfern von Militäroperationen der Regierungstruppen", heißt es in dem Bericht, der sich auf die Zeit zwischen Januar und Dezember 2011 bezieht.

Ban fordert Ende der Kämpfe

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte sich zuvor "tief besorgt über die gefährliche Zunahme der Gewalt in ganz Syrien" und die Gefahr für die Zivilbevölkerung in den umkämpften Gebieten geäußert. "Das Blutvergießen und die Kämpfe müssen sofort aufhören", forderte Ban nach Angaben seines Sprechers in New York. Allein am Montag wurden syrischen Aktivisten zufolge landesweit mehr als 100 Menschen getötet. Die meisten Todesopfer habe es in der zentralen Provinz Homs, den Städten Al-Haffa und Latakia sowie in Deir as-Saur im Osten des Landes gegeben.

Insgesamt habe die Gewalt mit der wechselnden Taktik der Konfliktparteien zugenommen, heißt es in der in New York verbreiteten Erklärung des UN-Generalsekretärs. Die Militäroperationen der Regierung führten zu erheblichen zivilen Opfern und Menschenrechtsverletzungen.

mm/hp (dpa, dapd, rtr, afp, epd)

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