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Aktuell Welt

UN streichen Syrien-Hilfe

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen stoppt bis auf weiteres die Lebensmittelhilfe für 1,7 Millionen syrische Flüchtlinge. Grund dafür ist ein akuter Geldmangel der UN.

Wie das Welternährungsprogramm (WFP) in Rom mitteilte, hätten viele Geberländer Spenden für die Syrien-Flüchtlinge zugesagt, bis jetzt aber nicht eingehalten. Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonio Guterres, warnte in einer eigenen Erklärung in Genf vor "verheerenden" Folgen, sollte die Unterstützung nicht umgehend wieder aufgenommen werden.

Die Unterbrechung des Hilfsprogramms könne "zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen", sagte Guterres im Blick auf den bevorstehenden Winter. Betroffen seien Zehntausende Flüchtlinge, die schon jetzt praktisch vollständig von internationaler Hilfe abhängig seien.

Ist Geld da, läuft die Lebensmittelhilfe wieder an

Die Direktorin des UN-Welternährungsprogramms Ertharin Cousin erklärte, nötig seien umgerechnet 46,5 Millionen Euro für den Monat Dezember. Sobald dieses Geld da sei, werde die Unterstützung sofort wieder aufgenommen. Bedürftige erhalten von den Vereinten Nationen elektronische Lebensmittelgutscheine, mit denen sie in Geschäften Nahrungsmittel einkaufen können. Seit Beginn des Programms floss dabei nach Angaben des WFP auch viel Geld in die Staaten, die Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen haben. Es seien umgerechnet rund 640 Millionen Euro den Volkswirtschaften im Libanon, Jordanien, Türkei, Irak und Ägypten zu Gute gekommen.

Syrien befindet sich seit mehr als drei Jahren im Bürgerkrieg. Das Regime von Präsident Baschar al-Assad kämpft gegen gemäßigte wie islamistische Rebellengruppen. Im Nordosten hat die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) rund ein Drittel des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Zugleich haben sich die Dschihadisten auch im benachbarten Irak festgesetzt. Hier kontrollieren sie ebenfalls rund ein Drittel der Fläche.

Die Lage ist kaum noch überschaubar

Wie viele Menschen zuletzt starben, ist nicht sicher. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Syrien, die ihren Sitz in Großbritannien hat, kamen allein im November mehr als 4200 Menschen ums Leben. Die Vereinten Nationen nehmen aufgrund der schwierigen und objektiv kaum noch überschaubaren Lage in Syrien seit diesem Sommer keine offiziellen Schätzungen mehr vor.

Sicher ist, dass in den Nachbarländern Syriens inzwischen rund 3,5 Millionen Menschen Zuflucht gesucht haben. Durch das UN-Welternährungsprogramm konnten in den vergangenen Monaten rund 1,9 Millionen Menschen versorgt werden. Als besonders dramatisch gilt die Situation von etwa 200.000 Flüchtlingen. Die Hilfe für sie soll nach den Worten von WFP-Sprecherin Abeer Etefa trotz des gegenwärtigen finanziellen Engpasses fortgesetzt werden.

haz/sc ( rtr, dpa, afp, spon)