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Nahost

UN stellen Hilfslieferungen für den Gazastreifen ein

Nach dem Beschuss eines Versorgungstransportes haben die Vereinten Nationen ihre Hilfslieferungen in den Gazastreifen eingestellt. Im Norden Israels steigt die Gefahr einer zweiten Front.

Rauchwolken steigen auf: Nach einem israelischen Raketenangriff auf ein Flüchtlingslager in Jebaliya im nördlichen Teil des Gazastreifens am 5. Januar (Foto: AP)

Nach einem israelischen Raketenangriff auf ein Flüchtlingslager in Jebaliya im nördlichen Teil des Gazastreifens am 5. Januar (Foto:AP)

Die israelische Luftwaffe setzte am Donnerstag (8.1.2009) den 13. Tag in Folge ihre Angriffe auf den Gazastreifen fort. Vor der vereinbarten nachmittäglichen Feuerpause wurde im nördlichen Teil des Gebietes auch ein Konvoi des UN-Hilfswerkes UNRWA beschossen, mindestens ein Fahrer starb. Auch während der Feuerpause soll nach Angaben der Nachrichtenagentur ein Fahrzeug mit internationalen UN-Mitarbeitern beschossen worden sein. Über Verletzte dabei lagen keine Meldungen vor. Die israelischen Streitkräfte erklärten, der Vorfall werde untersucht.

Als Reaktion auf diese Angriffe und den Beschuss einer UN-Schule am vergangenen Dienstag, bei dem 39 Menschen getötet wurden, stellten die Vereinten Nationen ihre Hilfslieferungen für den Gazastreifen ein. Die Hilfe werde erst wieder ausgenommen, wenn die Sicherheit der UN-Mitarbeiter garantiert sei, erklärte Sprecher Chris Gunness am Donnerstag. Trotz einer Koordination der UN-Arbeit mit Israel seien weiterhin Mitarbeiter getroffen und getötet worden.

Zahlen der Todesopfer weiterhin gestiegen

Insgesamt sind bisher mindestens 700 Menschen bei der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen ums Leben gekommen. Wie ein Behördensprecher am Donnerstag in Gaza weiter mitteilte, wurden 3120 Personen verletzt. Davon schwebten 375 in Lebensgefahr. Allein am Donnerstag seien elf Palästinenser getötet worden. Nach Angaben einer israelischen Armeesprecherin sind bislang sieben Soldaten gestorben.

Raketenangriffe aus dem Libanon

Der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora verurteilte die Raketenangriffe aus dem Süden seines Landes auf Israel als unannehmbar (Foto: AP/Archiv)

Der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora verurteilte die Raketenangriffe aus dem Süden seines Landes auf Israel als "unannehmbar"

Erstmals wurde auch der israelische Norden mit Katjuscha-Raketen aus dem Libanon bombardiert. In der Nähe von Naharija wurden dabei drei Menschen nach Angaben von Sanitätern leicht verletzt.

Bisher bekannte sich keine Gruppe zu dem Angriff. Israelische Stellen gehen davon aus, dass militante Palästinenser die Raketen abfeuerten. Ein Sprecher der libanesischen Hisbollah-Miliz wies jede Beteiligung zurück. Der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora verurteilte die jüngsten Raketenangriffe aus dem Süden seines Landes und sicherte eine Untersuchung zu. Die Angriffe würden gegen die UN-Resolution 1701 verstoßen, mit der im Sommer 2006 der Libanonkrieg nach 33 Tagen beendet worden war. (sas)

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